Schützenverein im Visier Razzia bei Pegida: Die Waffen besorgte der Sohn

Auch auf Demonstrationen immer wieder gesichtet: Marvin G. (Mitte), der die Schusswaffen besorgt haben soll. Foto: 24mmjournalism

Nach den Razzien gegen die Pegida-Szene: Heinz Meyer ließ wohl seinen Sohn für sich Gewehre kaufen.

München - Als Pegida München um den Jahreswechsel 2014/2015 die ersten Male in München auf die Straße zog, versuchte die Gruppierung noch, sich einen bürgerlichen Anstrich zu geben. Lang, lang, ist es her.

Dass der Generalbundesanwalt seit 2012 gegen Pegida-München-Chef Heinz Meyer ermittelt wegen des Verdachts auf Bildung einer terroristischen Vereinigung, ist inzwischen bekannt. Und wie berichtet ordnete Innenminister Joachim Herrmann nun umfangreiche Durchsuchungen gegen die "Bayerische Schießsportgruppe" an, die er als möglichen "bewaffneten Arm" von Pegida München bezeichnete.

Am Donnerstag schwärmten 120 Polizisten aus, um elf Objekte zu durchsuchen – unter anderem in der Messestadt in Riem. Herrmann will ein Verbot des eingetragenen Vereins prüfen lassen.
Inzwischen gibt es einige neue Details. So durfte Heinz Meyer nach BR-Informationen selbst keine Schusswaffen erwerben – und ließ das seinen Sohn Marvin G. machen, der sein Stellvertreter in dem Verein ist. Marvin G. zeigt im Internet – nämlich bei Facebook – Waffen und Nazi-Symbole.

Der Minister traut der Gruppe auch Angriffe auf Flüchtlinge zu

Laut BR haben die Mitglieder der "Schießsportgruppe" die Erlaubnis für etwa zwei Dutzend scharfe Waffen, darunter etwa Gewehre mit Zielfernrohr. "Das sind scharfe Waffen, die nicht nur für das Sport-Schießen verwendet werden", heißt es in einem BR-Beitrag. Einen eigenen Schießstand hatte der Verein nicht. Er hat seinen Sitz an der Steinheilstraße in der Maxvorstadt. Gegründet wurde er vor fünf Jahren am 20. April, also Hitlers Geburtstag. Nach AZ-Informationen haben die Rechten mehrmals in einem Schützenverein in Aying (Landkreis München) das Schießen geübt.

Im Innenministerium nimmt man die Gruppe offenbar sehr ernst. "Diese Leute könnten durch den legalen Besitz von Waffen in der Lage sein, mit Waffengewalt gegen Minderheiten und politische Repräsentanten des Staates vorzugehen", erklärte Herrmann.

Der Minister sagte, der Verein könnte die Ziele von Pegida München "kämpferisch aggressiv verwirklichen" wollen, "beispielsweise mit Angriffen auf Minderheiten wie Flüchtlinge und Muslime".

 

18 Kommentare