Schützenverband Schwuler König darf Thron nicht mit Ehemann besteigen

Der Schützenverband hat nichts gegen einen schwulen König, doch dass er nicht bereit sei, eine weibliche Bekannte als Königin zu wählen, um der jahrhundertealten Tradition gerecht zu werden, missbilligt er. Foto: dpa

Wieder Ärger bei den Schützen: Ein schwuler König darf den Thron nicht mit seinem Mann besteigen. Es entspräche nicht der Tradition, dass ein Königspaar aus Männlein und Männlein besteht, weigert sich der Schützenverband.

 

Düsseldorf - Nach dem Streit um einen muslimischen Schützenkönig stört sich der Dachverband nun an der Entscheidung eines schwulen Königs, der den Thron gemeinsam mit seinem Ehemann besteigen will. "Es entspricht nicht der Tradition, dass ein Königspaar aus Männlein und Männlein oder Weiblein und Weiblein besteht", sagte ein Sprecher des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS).

Zwar spreche nichts gegen homosexuelle Würdenträger, sagte der Sprecher weiter. Dass der Schützenbruder allerdings nicht bereit sei, eine weibliche Bekannte als Königin zu wählen, um der jahrhundertealten Tradition gerecht zu werden, missbillige der BHDS. Mehrere Medien hatten zuvor über die Diskussion berichtet.

Ungeachtet der Kritik wird Kompaniekönig Udo Figge am Samstag im Düsseldorfer Ortsteil Oberbilk in sein Amt eingeführt. Für ihn und seine Vereinskollegen sei es selbstverständlich, dass er seinen langjährigen Ehemann zum "Prinzgemahl" wähle, sagte Figge. Dass sich der Dachverband bei dieser Frage nicht öffne, sei wenig zeitgemäß.

 

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