Schrottradl-Entsorgung Weg mit dem Wildwuchs der Rostlauben

Bei seiner alljährlichen Schrottradl-Entsorgungsaktion sammelt das Baureferat jedes Mal tausende fahruntüchtige Räder ein. In den nächsten zwei Wochen wird Platz geschaffen in den öffentlichen Radlständern. Die Seriennummern werden von der Polizei notiert, falls doch noch jemand sein Rad vermisst. Foto: Gregor Feindt

Rama dama: In den nächsten zwei Wochen werden an vielen Plätzen in der Stadt wieder Schrottradl entfernt.

München - Platte Reifen, lose Ketten, kein Sattel oder Lenker und stattliche Achter – die Münchner Radlständer – genauer: das, was darin steht – bieten teilweise ein elendes Bild. Vor allem an zentralen Plätzen in der Innenstadt, an der Uni und an U-Bahnausgängen verstopfen Schrottradl die Fahrrad-Stellplätze. Ein Ärgernis für jene, die ihr Rad dort abstellen wollen.

Jedes Jahr im Herbst macht sich das Baureferat deshalb in einer konzentrierten Aktion die Mühe, an Schwerpunkt-Plätzen auszumisten.

In der ganzen Stadt werden in den nächsten zwei Wochen Schrotträder eingesammelt, die Ausbeute ist beträchtlich. Gut 1700 waren es 2012, rund 1500 im Jahr davor. Die Tendenz ist eher steigend. Der Radverkehr in der Stadt nimmt zu, damit aber auch der Wildwuchs der Schrotträder.

Um neun Uhr am Montagmorgen rücken fünf Herren vom Baureferat am Sendlinger-Tor-Platz an. In den Radlständern rund um den U-Bahn-Ausgang zur Müllerstraße gammeln viele Drahtesel vor sich hin. Die Ladefläche des Lkw ist innerhalb einer halben Stunde voll geladen.

Mit prüfendem Blick wird ausgewählt, was Schrott ist und was noch geht. In den meisten Fällen ist die Diagnose eindeutig. In Zweifelsfällen hilft ein Blick auf die Kette. „Daran sieht man ziemlich gut, ob ein Rad noch in Benutzung ist“, sagt ein Baureferatsmitarbeiter beim Blick auf ein angestaubtes Damenrad Marke „Herkules“. „Die hier zum Beispiel ist total verrostet und festgefressen.“

Damit alles mit rechten Dingen zugeht, ist Polizeihauptmeister Johannes Dittmar von der Polizeiinspektion 11 dabei. Er überwacht die Auswahl der Räder und notiert Marke, Modell und Seriennummern, der Radl. Letztere müssen die Männer vom Baureferat meist erst unter festgekrustetem Dreck freilegen.

Auf dem Revier wird abgeglichen, ob eines der Räder als gestohlen gemeldet ist. Die Radl kommen derweil auf den Bauhof in der Gmunder Straße. Dort werden sie drei Monate lang aufbewahrt, falls sich doch noch ein Besitzer meldet. Danach gelten sie endgültig als Schrott – und werden entsorgt.

 

1 Kommentar