Schnellladestationen Ozapft is: Schwabing tankt jetzt Strom

OB Dieter Reiter und SWM-Chef Florian Bieberbach nehmen die ersten E-Ladestationen in Betrieb. Foto: Petra Schramek

Drei neue Schnellladestationen für E-Fahrzeuge wurden am Bonner Platz in Betrieb genommen. In den kommenden Monaten sollen 97 weitere folgen. Die Stadt will damit den Umstieg auf Stromflitzer schmackhaft machen.

 

München/Schwabing - Die Nutzung von E-Fahrzeugen soll in München deutlich einfacher werden. In den nächsten gut anderthalb Jahren sollen in der Stadt über hundert neue Ladestationen entstehen, darunter auch einige Schnellladesäulen. So will die Stadt seinen Bürgern den Umstieg auf Stromflitzer schmackhaft machen. Dafür wurden nun von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und Stadtwerke-Chef Florian Bieberbach am Bonner Platz die ersten drei neuen Ladestationen in Betrieb genommen.

Bis Ende des Jahres sollen 97 weitere folgen. Für 2018 ist dann ein weiteres Paket mit mindestens 33 neuen Stromtankstellen geplant. Nicht jede Strecke lasse sich mit U-Bahn, Bus, Tram oder Rad zurücklegen, sagte Reiter. Deshalb müsse man auch für den Individualverkehr die nötige Infrastruktur bereitstellen. Als Fortbewegungsmittel der Zukunft setzt der OB dabei ganz auf strombetriebene Fahrzeuge.

Mehr Umweltschutz - mehr Ladestationen

Nur mit solchen umweltfreundlichen Alternativen könne die Verkehrswende auch wirklich gelingen, sagte Reiter. Der Münchner Stadtrat hatte die Stadtwerke (SWM) deshalb schon Ende vergangenes Jahres damit beauftragt, die Zahl der öffentlichen Ladestationen zu erhöhen. Und die SWM nahmen diesen Auftrag natürlich gerne an.

"Als der Münchner Energieexperte schlechthin sind wir schließlich auch Wegbereiter der Elektromobilität", sagte Stadtwerke-Chef Bieberbach beim Starttermin. Bieberbach freute sich, an vielen neuen Ladestationen bald sauberen Ökostrom anbieten zu können. "Wer bei uns tankt, hat damit praktisch ein Null-Emissionsfahrzeug", so Bieberbach.

Schneller, als an der heimischen Steckdose

Die erste Hälfte der zunächst hundert neuen Ladestationen soll vornehmlich innerhalb des Mittleren Rings entstehen, also dort, wo die Einwohnerdichte besonders hoch und die Nachfrage nach Lademöglichkeiten im öffentlich Raum entsprechend stark ist. In einem zweiten Ausbauschritt sollen die restlichen 50 Ladestationen dann über die Stadt verteilt errichtet werden.

Alle Stromtankstellen sind mit jeweils zwei Anschlüssen ausgestattet. Es können dort also immer zwei Fahrzeuge gleichzeitig geladen werden. Bei einer Ladeleistung von bis zu 22 Kilowatt geht das Aufladen dort je nach Fahrzeug bis zu sechs Mal schneller als an der heimischen Steckdose. Die Stadt investiert in den Ausbau der Ladeinfrastruktur zunächst 6,6 Millionen Euro.

Mit diesem Geld hofft man im Rathaus, die Zahl der Elektroflitzer in der Stadt etwas in die Höhe schrauben zu können. Bis jetzt läuft der Absatz von E-Fahrzeugen nämlich noch etwas schleppend. Neben den hohen Anschaffungskosten schrecken viele Autofahrer auch aus Angst, mit leeren Akku irgendwo liegenzubleiben, vorm Umstieg auf Elektromotoren zurück. Die neuen Stromtankstellen sollen dazu beitragen, diese Angst etwas abzubauen.

 

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