Schnell auf Touren Coco-James – das betörende Bayern-Duo

Überzeugten gleich zum Auftakt der Asien-Reise: Die Bayern-Neuzugänge Corentin Tolisso (links) und James Rodríguez. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Corentin Tolisso und James Rodríguez, die beiden teuren Neuzugänge des FC Bayern, überzeugen auf der Asien-Reise von Beginn an. Kollege Mats Hummels adelt sie: "Zwei sehr gute Spieler."

München - Das Spiel hatten die Bayern zwar verloren, unglücklich und unverdient mit 3:4 gegen den FC Arsenal im Elfmeterschießen, doch es gab auch bayerische Gewinner an diesem schwülen Abend in Shanghai.

Dafür musste man nur Mats Hummels zuhören. Der Weltmeister war dem Schwärmen nahe, als er auf die Neuzugänge James Rodríguez und Corentin Tolisso angesprochen wurde.

Coco-James, das betörende Duo.

Zwei "sehr gute Spieler" seien die beiden, "auf jeden Fall", eröffnete er. Dann ging Hummels ins Detail. "Er hat sehr große Klasse mit dem Ball, verliert ihn nur sehr selten", sagte der Abwehrstar über James. Der Kolumbianer stelle "seinen Körper dazwischen und strahlt eine gewisse Torgefahr aus", so Hummels. Ein ziemlich gutes Zeugnis nach einer Woche bei den Bayern.

Noch beeindruckter klang Hummels aber, als er über Tolisso sprach. "Coco haut sich rein, er trainiert herausragend", sagte Hummels, die rote Bayern-Kappe auf dem Kopf und kurz nach dem Duschen wieder mit Schweißperlen auf der Stirn. "Man merkt, dass er jeden Tag stärker wird, er gewöhnt sich an das Tempo, die Spielweise. Ich glaube, dass er ein verdammt starker Spieler für uns wird in dieser Saison."

Coco packt auch mal die Grätsche aus

Dieser Hummels-Satz ließ dann doch aufhorchen. Der 28-Jährige steht nicht gerade am Beginn seiner Karriere, er hat vieles erlebt. Die WM gewonnen und etliche talentierte Spieler gesehen. Man darf seinem Urteil also vertrauen. Und wenn Hummels nach so kurzer Zeit auf diese Art und Weise über einen Mitspieler spricht, hat das etwas zu bedeuten.

Tolisso, 22, für die Rekordablöse von 41,5 Millionen Euro aus Lyon gekommen, ist es offenbar gelungen, in Rekordtempo auf Bayern-Niveau zu kommen. Ein Kunststück, das Renato Sanches nur noch die größten Optimisten zutrauen.

In Frankreich nannten sie Tolisso wegen seiner Vielseitigkeit "Schweizer Taschenmesser". Ein Spitzname, der dem Mittelfeldspieler gefällt. Und der hervorragend passt. Das zeigte Tolisso gegen Arsenal auf beeindruckende Weise. Im Raum vor der Abwehr ging der Neuzugang kompromisslos zu Werke, zur Not auch mal mit einer Grätsche.

"Beim Telekom Cup hatte er neulich Glück, dass er nicht früher runter musste", merkte Hummels an. Seine Emotionen und seine positive Aggression zu kontrollieren, wird für Tolisso zu einer der wichtigsten Aufgaben in den kommenden Monaten. Aber was der Junge alles kann - stark!

Tolissos Diagonalpässe kamen punktgenau an, seine Läufe über den halben Platz bis in den gegnerischen Strafraum - bei dieser Hitze - zeugten von besonderen körperlichen Qualitäten. Und von enormem Potenzial. Die Bayern-Entdeckung, die wohl wieder auf das Konto von Kaderplaner Michael Reschke geht, macht einem gewissen Arturo Vidal Druck.

James mit drei Top-Chancen

Und da war ja noch James. Ancelottis Wunschspieler wurde von seinem Coach mit viel Lob bedacht, dabei hätte der 26-Jährige allein für einen hohen Bayern-Sieg sorgen können - drei hochkarätige Chancen ließ er aus. "Er war gut heute", sagte der Coach, "auch defensiv. Es war sein zweites Spiel mit uns. Er verbessert sich sehr schnell."

Auch die Mitspieler hat James überzeugt. Franck Ribéry lobte James' "sehr gute Technik", und Robert Lewandowski merkte an, dass der Ex-Real-Star "gute Pässe" spielen könne: "Mit ihm sind wir flexibler, das kann uns stärker machen."

James’ Qualitäten sah man gegen Arsenal, als er von rechts immer wieder nach innen zog und torgefährlich wurde. Sein Zusammenspiel mit Zehner Thomas Müller klappte. Die Bayern dürfen sich freuen, dass ihre Neuzugänge einen Top-Start hingelegt haben.

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