Schneeschmelze und Dauerregen Nach Sturm "Burglind": Erhöhte Hochwassergefahr in Bayern

, aktualisiert am 04.01.2018 - 14:43 Uhr
Ein Mann trägt am Donnerstag am Ufer der Donau in Regensburg Sandsäcke. Der Hochwassernachrichtendienst rechnete mit einem weiteren Anstieg der Pegelstände. Foto: Armin Weigel/dpa

Erst das Sturmtief "Burglind", jetzt Hochwasser – die aktuellen Wetterkapriolen gönnen den Helfern in einigen Regionen keine Verschnaufpause. Besonders kritisch war die Lage zuletzt in Oberfranken – jetzt könnte es auch das südliche Bayern treffen.

 

Nürnberg/München - Nach dem Sturmtief "Burglind" hat am Donnerstag nun auch noch Hochwasser Helfer vielerorts in Bayern in Alarmstimmung versetzt. Vor allem nördlich der Donau waren am Donnerstag mehrere Flüsse über die Ufer getreten und hatten Straßen und erste Wohngebiete überflutet. Der Schwerpunkt lag dabei in Oberfranken, wo bereits an vier Messstellen die zweithöchste Meldestufe 3 überschritten war.

Zu Überflutungen von Straßen und Kellern kam es in Mainleus (Lkr. Kulmbach). Auch in Fürth am Berg (Lkr. Coburg) überschwemmte laut Hochwassernachrichtendienst die Steinach erste bebaute Grundstücke. Kritisch war die Lage auch bei Schenkenau an der Itz (Lkr.Coburg), einem weitere Obermain-Zufluss.

Brenzlige Lage in Oberfranken

Dauerregen und Schneefälle haben in Oberfranken in Verbindung mit der kurz danach einsetzenden Schneeschmelze die Flüsse anschwellen lassen, erklärten Experten bei der Landesanstalt für Umwelt die Lage. "Da wir dort nicht die mächtigen Schneehöhen wie in höheren Lagen haben, schmilzt der Schnee in den Mittelgebirgen schneller weg", sagte der Leiter des Hochwassernachrichtendienstes bei der Landesanstalt für Umwelt, Alfons Vogelbacher.

Derzeit sieht der Experte noch keinen Grund für eine Entwarnung: "Was wir derzeit im Norden Bayerns haben, kann in den nächsten Tagen auch im Süden eintreten", gab Vogelbacher zu bedenken. Mit den vom Deutschen Wetterdienst prognostizierten starken Regenfällen im Allgäu und am oberbayerischen Alpenrand rechnet er im Iller-Lech-Gebiet mit Hochwasser. "Da kommt dann in der Donau viel Wasser zusammen. Lokale Überschwemmungen für bebaute Gebiete sind nicht auszuschließen", glaubt Vogelbacher - vorausgesetzt, dass die noch etwas unsicheren Niederschlagsprognosen zuträfen.

Auch im Allgäu erhöhte Hochwassergefahr

Laut dem Deutschen Wetterdienst ist im Allgäu wegen des erwarteten Starkregens in Verbindung mit Schmelzwasser bis zum Samstag mit gewaltigen Wassermassen zu rechnen. Guido Wolz vom Deutschen Wetterdienst (DWD) geht für die Region zwischen Donnerstag und Freitagabend mit einer Abflussmenge von 70 bis 100 Litern pro Quadratmeter aus. "Das ist natürlich sehr viel", machte er deutlich. Bei der "Abflussmenge" wird zum aktuellen Niederschlag noch das von den Bergen kommende Schmelzwasser hinzugerechnet.

Mit Hochwasser auf der Donau rechnet der Hochwasserwarndienst allerdings erst zum Wochenende. In Regensburg haben deshalb Mitarbeiter des Bauhofs damit begonnen, mobile Hochwasserschutzwände zu errichten, um eine Überflutung der historischen Altstadt zu verhindern. Im Bereich der Alten Brücke und in Höhe des Ortsteils Schwabelweis könnte laut amtlicher Hochwasserwarnung in der Nacht zum Sonntag die höchste Meldestufe vier erreicht werden.

Auf dem Main wird der höchste Wasserstand für Freitag erwartet. Dann dürfte die Schifffahrt zwischen Bamberg und Marktheidenfeld (Landkreis Main-Spessart) eingestellt werden, teilte das Wasser- und Schifffahrtsamt Schweinfurt mit. Zunächst war die Sperre schon für Donnerstag geplant. "Die Pegel sind jetzt aber doch nicht so stark angestiegen, wie wir es erwartet haben", sagte ein Mitarbeiter der Behörde.

 

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