Schmidt kommt bei den Löwen an Bierofka: "Alex kennt uns in- und auswendig"

Die Bilder vom ersten Training unter dem neuen Löwen-Coach Alexander Schmidt am Montagvormittag. Foto: dpa

Bei Schmidts erstem Auftritt als Chefcoach gelingt ein 2:2. Lauth und Bierofka loben ihn.

 

MÜNCHEN Guillermo Vallori hatte Trost nötig. Am Tag nach dem 2:2 bei Union Berlin und den zwei Toren von Benny Lauth trottete der Innenverteidiger des TSV 1860 mit hängendem Kopf zu seinem Auto. Auch wegen seiner Unkonzentriertheiten in der Abwehr hatte es für die Löwen nicht zum Sieg und damit zu einem perfekten Auftakt für Neu-Trainer Alexander Schmidt gereicht. Der Tadel von Schmidt für Vallori folgte prompt: „Das ist sein Mann. Darauf muss ich mich als Trainer verlassen können.” Weil Schmidt seine Spieler wegen solcher Fehler aber nicht allein zurücklässt, gab er ihm am Sonntag einen Klaps auf den Hinterkopf. Eine kleine Geste zwar, dafür mit großer Wirkung: Vallori fand sein Lächeln wieder.

Seite einer Woche ist Schmidt nun Cheftrainer des TSV 1860. Szenen wie die mit Vallori zeigen, dass er weiß, wie er die Spieler anpacken muss. Er hat ihnen neues Selbstvertrauen vermittelt. Auch wenn der Auftakt mit dem Remis in Berlin nur zum Teil geglückt ist, Schmidts Veränderungen greifen. Die AZ zeigt, was der 44-Jährige schon angepackt hat:


Die neue Lust der Führungsspieler: Unter Reiner Maurer wirkten Daniel Bierofka, Benny Lauth und Co zuletzt nicht in Form. Unter Alexander Schmidt haben die erfahrenen Kräfte wieder Spaß am Fußball. Und loben ihren neuen Vorgesetzten. „Ich kann mich wieder mehr ins Spiel einbinden, habe wieder mehr Ballbesitz. Zudem hat er eine sehr gute Ansprache. Alex kennt uns in- und auswendig”, sagte Daniel Bierofka am Sonntag. Kapitän Benny Lauth stieß in dieselber Kerbe: „Wir haben viel von dem umgesetzt, was uns der Trainer vorgegeben hat. Wir haben wenig zugelassen. Ich denke, das war eine gute Leistung von uns.”

Schwungvolle Talente: Bobby Wood, Sebastian Maier, Markus Ziereis und Stefan Wannenwetsch – vier Talente, viermal neuer Schwung. Nicht nur, dass die Führungsspieler mit dem jugendlichen Stil der Jung-Löwen wieder mehr Spaß am Fußball haben, alleine die Anwesenheit von so viel Unbekümmertheit hat dem zuletzt ideenlosen Spiel des TSV 1860 gut getan. Vor allem Stefan Wannenwetsch tat sich bei seinem Zweitliga-Deüt hervor. Beinahe fehlerlos absolvierte er seine Aufgaben. „Ich bin sehr zufrieden mit Wannenwetsch. Er hat das bestätigt, was ich mir erhofft hatte”, sagte Schmidt.


Die neue Taktik: Maurer ließ Lauth zumeist als alleinige Spitze ran. Schmidt stellte ihm nun in Moritz Stoppelkampf einen zweiten Angreifer zur Seite. In der zweiten Halbzeit durfte dann Youngster Markus Ziereis neben Lauth stürmen – und Stoppelkamp ging zurück ins Mittelfeld. Eine Idee, die von Erfolg gekrönt war. Zweimal flankte Stoppelkamp, zweimal vollendete Lauth. „Gerade beim zweiten Tor haben wir so Fußball gespielt, wie ich mir das vorstelle. Schnell nach vorne, mit kurzen Pässen”, sagte Schmidt. Bierofka lobt die Ideen des Schwaben: „Er hat eine moderne Sichtweise. Man hat gesehen, welche Philosophie von Fußball er hat. Auch wenn wir sicher noch nicht alles perfekt umsetzen konnten.”


Höheres Trainingspensum: Unter Maurer trainierten die Löwen nur einmal am Tag. Schmidt lässt immer wieder zweimal trainieren, fordert vor allem die Ersatzspieler ausdauernd und unterbricht das Training, wenn ihm etwas nicht gefällt.

 

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