Schlußspurt in der Liga Ancelotti: "Wollen zeigen, dass wir die Nummer eins sind"

Kimmich soll Einsätze bekommen und Robert Lewandowski will die Torjägerkanone ergattern. Foto: dpa/AK/AZ

Die Schale ist Bayern sicher – trotzdem gibt’s in den kommenden drei Spielen noch Ziele. "Wollen zeigen, dass wir die Nummer eins sind."

München - Die Gäste sind sich ihrer bevorstehenden Opferrolle durchaus bewusst. Vor der Reise nach München zum alten und neuen Meister FC Bayern sagte Darmstadt-Präsident Rüdiger Fritsch: "Da treffen 25 Millionen auf weit über 300 Millionen. Da müssten wir eigentlich 0:18 verlieren."

Darmstadt steigt ohne Sieg ab

So vernichtend dürfte es am Samstag in der Allianz Arena (15.30 Uhr im AZ-Liveticker) nicht werden, aber auch Lilien-Trainer Torsten Frings (40) hat trotz dreier Siege hintereinander eine böse Vorahnung. "Dass die Bayern nun schon Meister sind, wird es für uns auch nicht wirklich leichter machen. Zumal es auch keine anderen Wettbewerbe mehr gibt, die sie sonst vielleicht schon im Kopf hätten", meinte Frings, der von 2004 an ein Jahr unter Felix Magath bei den Bayern spielte. Ein kleiner Stich in die Bayern-Wunde. Der Tabellenletzte steigt nur dann am Samstag nicht ab, wenn man in München gewinnt.

Für die Bayern bedeutet dieser Mai ohne Champions-League-Halbfinale und ohne Pokalfinale in Berlin: Durchschnaufen, Blessuren auskurieren, Spaß haben. Gegen Darmstadt, kommenden Samstag bei RB Leipzig, die bis Februar ein hartnäckiger Verfolger waren und am 34. Spieltag (20. Mai) gegen den SC Freiburg.

Welche Ziele haben die Münchner noch?

Aber gibt es noch andere Ziele? Moralische wie handfeste? Die AZ zeigt, was die Bayern trotz des 6:0-Meisterstücks letzten Samstag in Wolfsburg nun noch schaffen können.

Lewy zur Torjäger-Kanone verhelfen: Mit 28 Treffern liegt Robert Lewandowski einen Treffer vor Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang (27). Ein heißer Schlussspurt steht bevor. "Wir wollen versuchen, dass Lewy in den letzten drei Spielen noch Möglichkeiten bekommt, die Torjägerkanone zu holen", versprach Thomas Müller Hilfe. Und Trainer Carlo Ancelotti sicherte dem Polen zu: "Er schießt auf jeden Fall die Elfmeter." Die am Mittwoch geborene Tochter Klara motiviert den Jungpapa zusätzlich. "Es war ein sehr, sehr schöner Moment. Ich fühle mich sehr gut, auch meine Frau." Und der zweifache Vater Ancelotti sagte: "Normalerweise sind junge Väter ziemlich glücklich und schießen Tore."

Den Jungen Spielpraxis geben: Joshua Kimmich (22) und Renato Sanches (19) beginnen gegen Darmstadt im Mittelfeld, erst zum vierten Mal in dieser Saison. "Wir sind happy, dass wir Josh hier haben", sagte Ancelotti, "wir können auf ihn zählen – im Mittelfeld oder als Rechtsverteidiger." Der Coach wiederholte seine Absichtserklärung: "Wir werden ihn als Rechtsverteidiger ausprobieren." Kingsley Coman (20) fällt wegen Sprunggelenkproblemen aus. Ancelotti versprach: "Coman wird nächstes Jahr viel öfter spielen, ich kenne seine Qualitäten seit er mit 15 Jahren bei PSG gespielt hat." Für Sanches interessieren sich AS Monaco und Olympique Marseille – als Leihgeschäft.

Leipzig zeigen, wer die Nummer 1 ist: Gegen Darmstadt will Ancelotti die Fans mit Offensiv-Fußball und vielen Toren begeistern, "damit sie uns feiern können". Im Spitzenspiel beim Zweiten Leipzig, einer echten spielerischen Herausforderung beim künftigen Champions-League-Teilnehmer, wollen die Bayern dem Team von Ralph Hasenhüttl "auch noch mal zeigen, dass wir die Nummer eins sind".

Lahm und Alonso einen schönen Abschied bereiten: Gegen Darmstadt dürften die Oldies eine Pause bekommen – wie auch der erkältete Javi Martínez. Ovationen und Emotionen sind dann für den 20. Mai vorgesehen. "Sentimental" könnte es werden, meinte der scheidende Kapitän Lahm. Wird es sicher! Samt Schale.

 

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