"Schließe ich nicht aus" Ludwig Spaenle: Wird er jetzt Oberbürgermeister von München?

Unter Horst Seehofer war Ludwig Spaenle (re.) noch bayerischer Kultusminister. Foto: dpa

Ludwig Spaenle ist nicht mehr im bayerischen Kabinett. Im AZ-Interview erklärt der Ex-Minister, wie es  jetzt für ihn weitergeht. Das könnte auch an der Stadtspitze sein.

München - Im Gespräch mit der AZ spricht Ludwig Spaenle über die Situation nach seinem Rauswurf als Kultusminister, das Verhältnis der Münchner CSU zu Ministerpräsident Markus Söder – und die Bedeutung seiner Kritiker in der CSU. Seine Zukunft könnte künftig noch deutlicher in der Stadtpolitik liegen.

AZ: Herr Spaenle, in den letzten Tagen wurde oft Ihr Satz zitiert, Sie wünschten dem neuen Ministerpräsidenten Markus Söder „echte Freunde“. Wie war das gemeint?
LUDWIG SPAENLE:
So, wie ich es gesagt habe. Ich wünsche ihm alles Gute. Und echte Freunde.

Wie sehen Sie die Entscheidung zum neuen Kabinett mit zwei Tagen Abstand?
Alles in Ordnung. Diese Entscheidung des Ministerpräsidenten ist zu akzeptieren.

Aus der Münchner CSU kommt sehr viel Rückenwind für Sie. Nehmen Sie das auch so wahr?
Es zeigt sich der Charakter. Auf vielseitige Weise. Ich habe zum Beispiel auch einen Anruf vom neuen Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) gekriegt. Aus der CSU München und der Partei insgesamt kommt ganz viel Unterstützung. Übrigens Unterstützung, die sehr eindeutig für beides gilt: den Vorgang – und die Bewertung der politischen Bilanz.

Es gibt aber auch Stimmen in der Münchner CSU, die jetzt auch noch Ihren Rückzug vom Bezirksvorsitz fordern.
Ich kenne keine einzige.

Spaenle: Kandidiert er als Oberbürgermeister für München?

CSU-Maxvorstadt-Chef Günther Westner zum Beispiel hat in der AZ explizit gefordert, Sie müssten schnell Schluss machen.
Der Herr Westner fällt mir in der Regel nur durch rechtsgerichtete Aussagen auf.

Wie fällt Ihre persönliche Bilanz als Minister aus?
Ich habe damals einen lichterloh brennenden Haufen übernommen. Heute kann ich sagen: Die Mittelschule und das neunjährige Gymnasium sind von entscheidender Bedeutung. Beim Gymnasium musste ein schwerer politischer Fehler korrigiert werden. Auch dafür kriege ich immmer noch viel Rückenwind. Und noch ein Punkt ist wichtig: Die Bundesländer werden einen Staatsvertrag zur Vergleichbarkeit des Abiturs verhandeln.

Wie belastet ist jetzt das Verhältnis der Münchner CSU zum neuen Ministerpräsidenten?
Es war eine sehr gute Entscheidung, dass Georg Eisenreich künftig in der Staatskanzlei in zentralen Feldern wirkt. Das bedeutet eine sehr gute Startsituation für die Münchner CSU. Wir stehen als kraftstrotzender Bezirk da.

Wie geschwächt sind Sie jetzt für Ihren Landtagswahlkampf im Stimmkreis Schwabing?
Ich habe Schwabing seit 1998 in unterschiedlichen Funktionen gewonnen. Ich nehme meine Funktion als Vorsitzender der Münchner CSU in vollem Umfang wahr. Und: Ich bin ein Intensiv-Wahlkämpfer.

Werden Sie als Kandidat bei der Oberbürgermeisterwahl antreten?
Ich schließe gar nichts aus. Mit mir muss man weiter rechnen.    

 

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