"Schlemmen im Schlachthof": Wirtshaus im Schlachthof Spaß und Tanz, Speis und Trank

Volles Haus bei Nepo Fitz: Namhafte Künstler treten im Saal auf, Neulinge probieren sich in der Kuhbar. Foto: Mike Schmalz

Am Schlachthof speisen die Gäste direkt an der Quelle. Im Wirtshaus im Schlachthof wird dazu noch eine große Portion Kultur serviert

 

Dass zu einem Schlachthof ein Wirtshaus gehört, hat die Stadt gleich erkannt. 1879 ist es gegründet worden, die Viehhändler machten ihre Geschäfte beim Weißwurst-Essen, die Schlachter erholten sich hier mittags mit Schafkopfen vom Arbeiten. Das „Wirtshaus im Schlachthof“ ist eine Institution geblieben – vor allem wegen des kulturellen Angebots, das beinah jeden Münchner schon einmal ins Lokal geführt hat, seien es Kabarett, Lesungen oder Konzerte und Feste.

Und die Kultur war es auch, die Norbert Kraft reizte, vor fünf Jahren, als er auf der Wiesn gesteckt bekam, dass der Schlachthof zu haben ist. „Als Wirt steht man immer unter Strom – aber die Kultur entspannt“ sagt er. Mit seiner Übernahme hat das Wirtshaus einen neuen Anstrich bekommen, nach strengen Richtlinien – der Bau ist denkmalgeschützt.

So typisch bayerisch ist das Lokal, dass Franz-Xaver Bogner hier seine Serie „Zur Freiheit“ spielen ließ, auch für „Um Himmels Willen“ hält der Schlachthof als Dreh-Location her. OB Ude übt hier seinen Anstich – „wir wissen immer schon vorher, wie viele Schläge er braucht, bisher hat das immer übereingestimmt“, sagt Kraft.

Große Veranstaltungen steigen im Saal, jeden Montag etwa die Ü33-Party mit Hits aus den 80ern. Zwei urige kleine Nebenräume hat das Wirtshaus, die „Kuhbar“, in der sich jeden ersten Donnerstag im Monat junge Künstler vor Publikum präsentieren, und den „Ox“, wo das gesprochene Wort regiert. Vor allem vor den Veranstaltungen füllt sich das Lokal: Idyllisch sitzen die Gäste im Kastanien bewachsenen Biergarten zum Viehhof-Gelände hin.

Löwenbräu Urtyp steht dann vor den Gästen (3,50 Euro) oder Weißbier (3,80). Die Küche serviert einen unaufgeregten Mix aus klassisch bayerischem wie Schweinsbraten (10,85) und einem breiten Tex-Mex-Angebot: „Des geht überraschend gut“, sagt der Wirt. Und gibt die Energie, einen eroberten Platz bei gut besuchten Aufführungen im Saal zu verteidigen.

Norbert Kraft liebt die Lage an Münchens Bauch: „Das Schlachthofviertel hat sich gemacht in den letzten Jahren. Richtig künstlerisch ist es geworden, viel belebter am Abend – da passieren jetzt Dinge wie das Kino-Open-Air im Viehhof, das wir im Sommer hier hatten. Jetzt geht es richtig los.“


 Zenettistraße 9, Mo. bis Sa. ab 17 Uhr, So. ab 18 Uhr, www.im-schlachthof.de, Tel.: 72 62 56 20

 

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