Schicksalspartie gegen Fürth Beweistermin für echte Kerle und richtige Löwen

Kapitän Löwenherz? "Wir nehmen die Kritik an", sagt Christopher Schindler. Foto: Rauchensteiner, sampics/Augenklick

Mit der Partie gegen Greuther Fürth beginnen für die Löwen die Schicksalsspiele. Coach Möhlmann packt sein Team bei der Ehre.

 

München - Nur noch sechs Spiele. Drei Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Nur ein mickriger Punkt Vorsprung auf den direkten Abstiegsplatz 17. So lauten die schlichten, aber nicht minder harten Fakten vor dem Saisonfinale des (wieder einmal) vom Zweitliga-Abstieg bedrohten TSV 1860.

Die Anspannung an der Grünwalder Straße ist vor dem Derby heute gegen die SpVgg Greuther Fürth (ab 18.30 Uhr, sky überträgt live) beinahe greifbar. Die Befürchtung: Dass es diesmal tatsächlich nicht reicht. Just in dieser misslichen Lage springt Investor Hasan Ismaik seinem deutschen Fußball-Projekt pathetisch bei.

 

"Die Fans sprechen uns Mut zu, sagen: Wir packen das!"

„Einmal Löwe, immer Löwe“, schrieb der jordanische Geschäftsmann auf Facebook und zitierte noch gleich den Kapitän der Meister-Löwen Peter Grosser: "Mit Glück allein im Abstiegskampf ist es nicht getan. Ich hoffe, dass gegen Fürth endlich echte Kerle und richtige Löwen auf dem Platz stehen, die von der ersten Sekunde den Abstiegskampf annehmen."
Nicht nur dieses prominente Statement zeigt: Die Sechzger sind angekommen im Jetzt-erst-recht-Modus. „Ich stelle Spieler auf, denen ich vertraue. Jeder muss sich beweisen, sonst muss er vorher zu mir kommen und sagen: Ich kann kein Kerl sein“, meinte Trainer Benno Möhlmann auf Nachfrage der AZ.

Tief ins waidwunde Seelenleben ließ zudem ein nachdenklicher Kapitän Christopher Schindler blicken. Grossers Worte hinterließen auch beim gebürtigen Münchner Eindruck. "Wenn man aus einer Zeit kommt, in der der ganze Verein in der Stadt einen anderen Status hatte, würde ich auch versuchen, Einfluss zu nehmen", sagte der 25-Jährige auf Nachfrage der AZ zwar kritisch, erklärte dann aber auch: „Wir nehmen das an, ich werde es weitergeben.“

 

Schindler kennt viele Fans persönlich

Schindler kennt viele Fans der Blauen persönlich. Täglich wird er auf die brenzlige Situation der Löwen angesprochen. „Egal, wo du in München hinkommst, fast jeder Gastronom ist ein Fan der Sechzger“, erzählte Schindler. „Sie sprechen uns Mut zu, sagen: Wir packen das noch!“ Die Leute sehen, dass wir kämpfen, meinte er. „Einzig Worte nützen nichts.“

Wahre Worte! Taten müssen folgen. Schindler, der Kapitän, versprach, mit Löwenmut voranzugehen. Gegen Fürth müsse der Mindestanspruch sein, „dass wir kämpfen. Machen wir das nicht, gehen wir nicht als Sieger vom Platz.“
Doch wie sollen plötzlich Mechanismen greifen, die vorher kaum funktionierten? Schindler erklärte, das Gespräch mit den jungen Spielern suchen zu wollen. Er wolle ihnen mitgeben, dass sie sich auf einfache Aufgaben konzentrieren sollen, „nichts Besonderes machen müssen. Kämpfen kann jeder, egal, ob er seine Stärken im Spielaufbau hat. Es geht darum, dass wir die Zweikämpfe annehmen und als Einheit auf dem Platz stehen.“

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Klingt wunderbar einfach – in der Theorie. Die Realität ist oft eine andere. So will sich Coach Möhlmann vor allem die Schwächen des Gegners anschauen. „Ich werde am Freitagmorgen noch mit Goran sprechen“, meinte der 61-Jährige, der das Abschlusstraining am Donnerstag wegen eines Gerichtstermins in Bremen verpasste. Gemeint war Goran Sukalo, der Slowene spielte bis Februar für die Franken, fehlt auch heute wegen hartnäckiger Leistenprobleme.

Neben Dominik Stahl, Vladimir Kovac und Richy Neudecker muss Möhlmann auch auf Maximilian Wittek (Kapselverletzung im Knie) und Stefan Mugosa (Grippe) verzichten. Viele Schwächen wird er beim Gegner nicht ausgemacht haben. „Ihre Mannschaft funktioniert, sie stören früh“, erklärte der einstige Fürther Trainer, „erspielen sich viele Chancen.“
Schindler wird gefragt sein.

Investor Ismaik gab bereits seinen Input für eine Jetzt-erst-recht-Ansprache: „Lasst es uns gemeinsam anpacken!“   

 

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