Scheidplatz bis Münchner Freiheit Ab Dienstag fährt die U3 wieder - was nun folgt

Auf einem der ältesten Streckenabschnitte des U-Bahn-Netzes wurden 7.500 Tonnen Schotter, rund 3.300 Schwellen und circa 9.000 Meter Fahrschienen erneuert. Foto: Sigi Müller

Die U3 kann am Dienstag auf ihre gewohnte Strecke zurückkehren. Aber weitere Erneuerungen im U-Bahnnetz sind in Planung - und werden für Einschränkungen sorgen.

 

München - Wer öfter mit der U3 pendelt, kann nun einmal tief durchpusten: Die Zeit der umständlichen Fahrten in die Innenstadt sind vorbei. Wie die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) bekanntgibt, ist die Gleiserneuerung zwischen Scheidplatz und Münchner Freiheit so gut wie abgeschlossen.

Sollten letzte Testfahrten und Bauabnahmen an diesem Osterwochenende keine Mängel ergeben, sollen die U-Bahnen vom kommenden Dienstag an die Strecke wieder ganz normal befahren können. In den ersten Tagen nach Inbetriebnahme werden die Züge zwar nur mit Tempo 50 durch die runderneuerte Röhre zuckeln. Die MVG warnt deshalb vorsorglich schon mal vor kleineren Verspätungen. Das Gröbste ist aber damit überstanden.

Vor knapp einem halben Jahr hatte die MVG damit begonnen, das gesamte Tunnelinventar auszutauschen. Der U3-Abschnitt zwischen Scheidplatz und Münchner Freiheit gehört zu den ältesten im gesamten Münchner U-Bahnsystem. Schwellen, Schienen und sogar die etwa 7.500 Tonnen Schotter – alles musste nun ausgetauscht werden. Die Folge war eine wochenlange Sperrung der Strecke.

In einer Pressemitteilung bedankt sich die MVG für die Geduld und das Verständnis der Fahrgäste. Es gibt aber auch Kritik von berufener Seite: Die "Aktion Münchner Fahrgäste" beklagt, dass die Bauarbeiten im Wesentlichen auf die Wintermonate gefallen sind. Dadurch hätten Fahrgäste nur schwer aufs Fahrrad ausweichen können. Zudem müsse man solche Maßnahmen in Zukunft besser mit anderen Sanierungsarbeiten koordinieren, so die Forderung der Fahrgast-Initiative.

Umfangreiche Modernisierung:  Hier wird in den kommenden Jahren gebaut

Davon stehen in den kommenden Jahren zahlreiche weitere an. Seit  Ende Februar läuft der groß angelegte Umbau des U-Bahnhofs Sendlinger Tor – und zahlreiche weitere Projekte werden folgen, wenn auch nicht in dieser Größenordnung: Die Stadtwerke planen für die kommenden Jahre umfangreiche Maßnahmen zur Sanierung und Modernisierung der bestehenden U-Bahn-Infrastruktur. Der Kern des rund 100 Kilometer langen Münchner U-Bahnnetzes kommt zunehmend in die Jahre. Nach mehr als 40 Jahren Dauereinsatz unter laufendem Betrieb zeigen sich Verschleißerscheinungen.

Neue Weichen für die U3/U6: Zunächst stehen die ältesten Teile des Verkehrsnetzes im Fokus: Die U-Bahnlinien U3 und U6. Während bisher vorwiegend punktuelle Erneuerungen stattfanden, die den Verkehr zu den Stoßzeiten kaum beeinträchtigten, müssen nun zahlreiche Weichen komplett erneuert werden. Geplant ist, in den kommenden Jahren insgesamt rund 65 Weichen auszutauschen.

Kieferngarten - Weichentausch ab Ende Mai: Ab Ende Mai werden sieben Weichen am U-Bahnhof Kieferngarten sowie weiteren sieben Weichen im Gelände des Betriebshofs der U-Bahn getauscht. Der U-Bahnbetrieb wird dadaurch aber nicht in größerem Umfang unterbrochen. Nach derzeitigen MVG-Plänen müssen sich U6-Fahrgäste im Wesentlichen auf folgende Einschränkungen einstellen: 

  • Zwischen Samstag, 27. Mai, und Freitag, 16. Juni, wird der Bahnhof Fröttmaning montags bis freitags zu den Hauptverkehrszeiten nur alle 10 Minuten bedient. Die aus der Innenstadt kommenden Verstärkerzüge wenden bereits am Kieferngarten.
  • Die U6 wird im Bahnhof Freimann wird vom Samstag, 17. Juni, bis Freitag, 23. Juli, in einen Nord- und Südast geteilt. Zur Weiterfahrt müssen Fahrgäste dort in beiden Fahrtrichtungen jeweils in den gegenüberstehenden Zug umsteigen.
  • Am Wochenende vom 14. Juli bis 16. Juli wird die U6 zwischen den Bahnhöfen Studentenstadt und Kieferngarten unterbrochen und in diesem Abschnitt durch Busse ersetzt.

Neun weitere Bahnhöfe im Fokus

Über die kommenden fünf Jahre sollen weitere 51 Weichen im U-Bahn- Betriebshof sowie an folgenden U3/U6-Bahnhöfen erneuert werden: Alte Heide, Dietlindenstraße, Harras, Holzapfelkreuth, Implerstraße, Münchner Freiheit, Odeonsplatz, Scheidplatz und Sendlinger Tor. Anschließend wird der Schwerpunkt auf der U2/U5 liegen, diese Abschnitte wurden ab 1980 eröffnet. An der Planung für die ab 2019 geplanten Maßnahmen wird derzeit noch gearbeitet.

Neben den Weichen steht auch die Erneuerung von Schienen auf dem Programm. Hinzu kommen zahlreiche Sanierungsmaßnahmen im Bereich der Tunnelröhren und U-Bahnbauwerke, nicht nur am Sendlinger Tor: Fugenschäden an U-Bahnhöfen müssen ausgebessert, Stromschienen und Stellwerkstechnik erneuert, und große Rolltreppen etwa am Marienplatz und Hauptbahnhof müssen ausgetauscht werden.

Nicht zuletzt wird der Bau der 2. Stammstrecke für Münchens U-Bahnfahrer spürbar werden, unter anderem am Hauptbahnhof.

Eine wochenlange Vollsperrung wie auf der U3 zwischen Scheidplatz und Münchner Freiheit ist laut MVG nicht abzusehen. Allerdings seien Einschränkungen in den Spätverkehrszeiten nach 22 Uhr unabdingbar, um die Arbeiten voranzubringen und alle Pläne umzusetzen.

 

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