Schauspielerin im Interview Senta Berger: "Noch bin ich nicht im Ruhestand"

Senta Berger in "Willkommen auf dem Land!" Foto: ZDF/Conny Klein

Während andere mit 72 Jahren schon längst einen beschaulichen Lebensabend genießen, ist Senta Berger noch weit davon entfernt. "Ich begegne dem Leben und was es mir bringt. Noch bin ich nicht im Ruhestand", verrät die Schauspielerin im Interview mit spot on news.

 

Keine Frage, Senta Berger ist und bleibt eine der beliebtesten deutschsprachigen Schauspielerinnen. Die 72-Jährige dreht einen Film nach dem anderen und beweist dabei immer wieder ihr sicheres Gespür für starke Rollen. Im ZDF ist sie morgen in der Komödie "Willkommen auf dem Land" zu sehen (12.9., 20.15 Uhr).

Im Mittelpunkt der Geschichte steht das Großstadtpaar Rita (Senta Berger) und Leo (Günther Maria Halmer), das von Berlin in eine kleines Dorf in Mecklenburg-Vorpommern zieht. Doch der Traum vom beschaulichen Lebensabend auf dem Land wird schon bald zum Desaster. Wie sich Senta Berger selbst ihren Ruhestand vorstellt und wie reich ihr Leben auch abseits ihrer Schauspielkarriere ist, verrät sie im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Frau Berger, sind Sie selbst ein Stadt- oder Landmensch?

Senta Berger: Ich bin in Hietzing am Rande von Wien in einer fast noch dörflichen Umgebung aufgewachsen. In dem Bezirk steht nicht nur das berühmte Schloss Schönbrunn und die viele Villen aus der vorigen Jahrhundertwende. Im südlichen Teil haben die Arbeiter und kleinen Angestellten gewohnt, dort bin ich groß geworden. Damals gab es dort noch viele Gärten. Das hat mich sicher geprägt. Und seit her habe ich, ob in Los Angeles, in Rom, in Berlin oder eben auch in Grünwald bei München, immer im Grünen gewohnt. Umgeben von alten Bäumen und in der Nähe einer Stadt. Ich gehe gerne ins Kino, ins Theater und in Ausstellungen und nehme in Anspruch, was mir eine Stadt zu bieten hat. Aber ich will nachts eben auch meine Ruhe haben und morgens die Vögel singen hören.

Wie stellen Sie sich Ihren Lebensabend vor?

Berger: Ich stelle mir gar nichts vor. Ich bin nun mal kein konzeptioneller Mensch. Vielleicht, weil ich oft genug erfahren habe, das Konzepte vom Schicksal nicht respektiert werden. Da macht man einen Plan und dann funktioniert er nicht. Ich beschreite gerne Brücken, wenn ich vor ihnen stehe und mich entscheiden muss. Ich begegne dem Leben und was es mir bringt. Also mal sehen, wie sich "Ruhestand" anfühlt, wenn er da ist. Noch ist es nicht so weit.

Viele Schauspieler klagen immer wieder über mangelnde Rollenangebote - Sie scheinen einen Film nach dem anderen zu drehen. Haben Sie Angst, dass irgendwann die Rollen ausbleiben?

Berger: Warum sollte ich Angst davor haben? Es ist doch ganz natürlich, dass sich das Rollenangebot immer am jeweiligen Alter des Schauspielers orientiert. Das weiß man doch schon mit dreißig. Spätestens, wenn man die ganz jungen, etwas naiven Mädchen nicht mehr spielen kann. Die Geschichten, die ich in meinem Alter noch glaubwürdig spielen und erzählen kann, sind sicher nicht mehr ganz so häufig wie vor zwanzig Jahren. Aber das ist ganz natürlich.

Was tun Sie, wenn Sie mal nicht drehen? Gärtnern?

Berger: Ich habe ein sehr reiches, buntes Privatleben. Sie haben aber recht, ich arbeite auch gerne in meinem Garten. Zurzeit ist er allerdings völlig verwildert, weil ich seit vielen Monaten sehr intensiv arbeite. Aber ich liebe auch Reisen, am liebsten kleine spontane Reisen. Und ich verbringe Zeit mit meiner Familie und mit meinem Mann Michael, mit dem ich mein Leben sehr gerne teile. Uns geht der Gesprächsstoff nie aus und wir lachen zusammen. Was will ich mehr?

 

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