Schauspieler im Interview Friedrich von Thun: "Ich spreche eine Frau lieber persönlich an"

Was denkt ein so begehrter Mann wie Friedrich von Thun über Online-Dating, Mitleid und seine ganz große Liebe? Im Interview verrät der Schauspieler es.

 

München - Liebe, Herzschmerz, Drama in der wildromantischen südenglischen Landschaft gibt es auch im kommenden Rosamunde-Pilcher-Film "Besetzte Herzen" (12.1., ZDF, 20.15 Uhr) zu sehen. Friedrich von Thun (71, "Die Verbrechen des Professor Capellari") spielt darin den geschiedenen Albert Hedgeson. Er und seine Ex-Frau (Gaby Dohm) wissen beide, dass die Trennung ein Fehler war, wollen es aber nicht zugeben. Als Albert die Diagnose Parkinson bekommt, behält er es für sich, weil er kein Mitleid möchte. Stattdessen sucht er für seine Ex-Frau einen neuen Mann auf einem Datingportal. Grund genug für die Nachrichtenagentur spot on news bei dem beliebten Schauspieler nachzufragen, was er eigentlich von Online-Dating hält.

Herr von Thun, "alte Liebe rostet nicht" - würden Sie das unterschreiben?

Friedrich von Thun: Ich unterschreibe... mein Saxophon liebe ich seit dem ersten Tag und werde ihm bis zum Ende meiner Tage die Treue schwören. Und da ich es nicht im Regen stehen lasse und immer gut behandle, rostet es auch nicht. (lacht)

Kann man sich nach einer Trennung mit dem Ex-Partner wieder verstehen?

Thun: Ja, das kann man. Es kann sehr schwierig sein und ist gewiss kein Selbstläufer, aber wenn man miteinander respektvoll umgeht, kann es funktionieren.

Heutzutage geht es viel um Selbstverwirklichung. Steht das einer lebenslangen Beziehung im Weg?

Thun: Nein, das glaube ich nicht. Beiden Seiten ist es immer möglich, Kompromisse einzugehen. Wenn hier eine gute Balance gefunden werden kann, steht einer lebenslangen Beziehung nichts im Weg.

Der Mann, den Sie im Film spielen, bekommt die Diagnose Parkinson. Können Sie verstehen, dass er es erst einmal mit sich alleine ausmachen will?

Thun: Da ich bisher von einer solchen Krankheit verschont geblieben bin, kann ich nicht sagen, wie ich damit umgehen würde. Selbst wenn ich es wüsste, ist die Realität meistens anders, als man denkt.

Warum ist Mitleid so schlimm?

Thun: Nicht jedes Mitleid ist schlimm. Aber besonders Kranke sollten durch Mitleid nicht ständig mit ihrer Krankheit konfrontiert werden. Ich glaube, dass man denjenigen besser zur Seite stehen kann, indem man die Krankheit einfach mal vergisst und so viel Normalität wie möglich schafft.

Kann man eine neue Liebe über ein Datingportal finden?

Thun: Es ist bestimmt möglich, doch es ist für mich keine Option. Ich bevorzuge da die klassische Variante und spreche eine Frau lieber persönlich an.

Wie wichtig ist die Kennlerngeschichte für eine Beziehung?

Thun: Nicht essentiell, aber sie kann durchaus als lustige Anekdote dienen.

 

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