Schauspieler im Interview David Eigenberg: Hollywoodstar dank US-Marine-Chor

Schauspieler David Eigenberg Foto: Arthur Mola/Invision/AP

David Eigenberg kennen viele aus  "Sex and the City". Seiner Rolle als Feuerwehrmann in "Chicago Fire" ist er viel mehr verbunden. Warum, hat er spot on news erzählt.

 

New York - Ein Millionenpublikum kennt ihn als Mirandas sanfter Partner Steve Brady aus "Sex and the City". Dabei ist David Eigenberg im echten eben alles andere als ein Softie. Der Schauspieler ist ein knallhart ausgebildeter Marine-Soldat. Eine Ausbildung die ihm in seiner aktuellen Rolle als Feuerwehrmann Christopher Herrmann in "Chicago Fire" (Universal Channel, immer donnerstags ab 21 Uhr in Doppelfolge) sehr zugutekommt, wie er im Gespräch mit spot on news verrät.

Welcher Typ Mann liegt Ihnen mehr - der Softie aus "Sex and the City" oder der Lebensretter aus "Chicago Fire"?

Ich bevorzuge den Feuerwehrmann, weil der meinem wahren Charakter viel näher kommt. Als Ex-Marine bin ich auch privat etwas tougher gestrickt und steh auf Action. Ähnlich wie die Feuerwehrmänner, habe auch ich gelernt, Kommandoketten einzuhalten und Befehle auszuführen, ohne groß nachzudenken.

Kommen derlei Qualitäten Ihrer Schauspielkarriere zugute?

Ich habe einiges beim Militär gelernt, was mir heute zugutekommt: Pünktlichkeit, Teamgeist, Disziplin, Gehorsam - ich denke, es gibt anstrengendere Kollegen für einen Regisseur. Ich bin Teil einer kleinen Minderheit in der Branche, die meisten Kollegen entspringen einer etwas liberaleren Fraktion als ich. Zumindest vordergründig, denn eigentlich ist mein Hintergrund auch sehr freigeistig.

Wie sieht Ihr Hintergrund aus?

Als Jugendlicher war ich ein wandelnder Albtraum und hatte nur Unfug im Kopf. Ich habe gesoffen, gekifft, Einbrüche gemacht, bin verhaftet worden, aus der Schule geflogen und habe meinen Eltern das Leben zur Hölle gemacht. Die haben mich mit 18 aus dem Haus geschmissen und dann bin ich bei dem Marine-Chor gelandet, weil ich nicht wusste wo ich hin sollte. Das hat mir den Arsch gerettet, sonst wäre ich heute womöglich nicht mehr am Leben.

Was machen die Marines mit einem jungen Freak?

Die krempeln dich um und machen einen Mann aus dir. Du lernst viele Sachen, die du im Idealfall ein Leben lang nicht brauchst, aber es gibt dir ein gutes Gefühl, all diese Fertigkeiten zu beherrschen. Aber vor allem lernst du, die Klappe zu halten und Befehle auszuführen. Für ein kleines rebellisches Großmaul, wie ich es war, genau die richtige Therapie.

Was ist Ihnen geblieben?

Das Gemeinschaftsgefühl. Nicht umsonst heißt es: Einmal Marine, immer Marine. Wann immer ich einem Veteranen helfen kann, tu ich das. Außerdem habe ich immer noch einen Faible für Uniformen. Deswegen spiele ich auch so gerne Feuerwehrmann.

Feuerwehrmänner gelten in USA als echte Sexsymbole.

Weil sie Leben retten und weil Uniformen sexy sind. Das finden sowohl Heteros als auch Homos, wie ich an meiner Fanpost bereist festgestellt habe. Ich finde beiderlei Komplimente sehr schmeichelhaft, auch wenn ich mich nicht ernsthaft damit beschäftige. Ich bin seit elf Jahren glücklich verheiratet.

Sind Sie bedingt durch ihre viereinhalb Jahre bei "Sex and the City" so was wie ein Frauenversteher geworden?

Von Frauen hatte ich auch schon vorher einiges gewusst, da ich unter Frauen aufgewachsen bin. Mit zwei Schwestern und drei Halbschwestern und einem Vater, der nie da war, war ich über lange Zeit der einzige Mann im Haus. Vielleicht der Grund, warum ich heute mit einer etwas männlichen Frau verheiratet bin.

Erklären Sie mal.

Meine Frau ist eine ehemalige Militärpolizistin, mit einer ausgeprägten maskulinen Seite. Ich habe sie in Uniform kennengelernt und fand das sehr sexy. Ich wusste gleich, dass das eine Frau ist, die um vier Uhr aufstehen kann, die Befehle entgegen nehmen kann und nicht zwei Stunden im Bad braucht wie eine dieser "Sex and the City"-Mädels. Sie ist morgens in 20 Minuten Abmarschbereit und trinkt ihren Kaffee noch schwärzer als ich. Allein schon dafür liebe ich sie.

 

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