"Kein Anstand! Schämts euch!" Abzocke bei der Gepäckaufbewahrung? - Franz Xaver Kroetz ist sauer

, aktualisiert am 30.09.2016 - 10:34 Uhr
Schauspielerin Josephine Kroetz (r.) mit dem Buggy, für dessen Aufbewahrung sie viel Geld bezahlen soll. Das ärgert auch ihren Vater Franz Xaver Kroetz. Foto: dpa/privat

Franz Xaver Kroetz wittert Wiesn-Abzocke – weil Tochter Josefine mit Kind und Buggy nicht auf die Wiesn darf. Die Gepäckaufbewahrung verlangt satte 18 Euro.

 

München - Was für ein Reinfall. Da sind am Samstag mal Freunde aus Hamburg zu Besuch, denen die Münchner Schauspielerin Josephine Kroetz (27) stolz die Wiesn zeigen möchte – und dann das: Ordner lassen sie mit ihrem Buggy, in dem Töchterchen Matilda (1,5 Jahre) sitzt, nicht aufs Gelände. Stattdessen soll sie das Gefährt samt Wickeltasche bei der Gepäckaufbewahrung für ziemlich viel Geld unterstellen.

„Hier werden Eltern mit Kindern unverschämt abgezockt“, sagt die Tochter von „Baby-Schimmerlos“-Darsteller Franz Xaver Kroetz. „Unser Wiesntag war verdorben.“

Es ist Samstagmittag gegen 11.30 Uhr, als Josephine Kroetz mit ihrem Lebensgefährten Andreas Wöller, ihren Elb-Freunden und Matilda in einem grauen, zusammenklappbaren „McLaren Techno XT“ auf den Haupteingang der Wiesn zuspaziert. Dort halten sie Ordner auf: „Mit dem Kinderwagen können Sie leider heute nicht rein. Geben Sie den bitte in der Gepäckaufbewahrung ab.“

Josephine Kroetz, der das Kinderwagen-Verbot (abends ab 18 Uhr, samstags und feiertags ganztägig) nicht geläufig ist, folgt dem Fingerzeig des Security-Manns. Und rollt ihren Buggy über die Straße zur Aufbewahrung am Tröpferlbad, wo eine externe Firma für die Stadt die laut dem neuen Sicherheitskonzept verbotenen Rucksäcke, Taschen oder Kinderwagen gegen Gebühr einlagert. Es dauert nur Minuten, bis sie wütend wird. „Die Leute haben acht Euro als Aufbewahrungsgebühr für meinen Buggy verlangt, dazu zwei Mal fünf Euro für die Wickeltasche und den kleinen Rucksack“, erzählt sie der AZ. „Das sind 18 Euro, ohne dass ich überhaupt das Wiesngelände betreten habe. Wie kann man Müttern so das Geld aus der Tasche ziehen!“

"Auf der Wiesn gibt's schon lang keinen Anstand mehr!"

Noch zorniger reagiert ihr Promi-Vater, Franz Xaver Kroetz (70): „Auf dieser Nepp-Veranstaltung wird so viel Geld verdient, langt das nicht?“, schimpft der Schauspieler. „Die Aufbewahrung von Kinderwagen müsste umsonst sein. Vielleicht einen Euro könnte man verlangen, wenn man ein bissl einen Anstand hat. Aber auf der Wiesn gibt’s schon lang keinen Anstand mehr. Da kann man mit allem Geld verdienen, sogar mit dem Terrorismus. Schämts euch!“

Wiesn-Chef und Bürgermeister Josef Schmid (CSU) kann den Ärger zwar verstehen. Andererseits: „Wir haben aus guten Gründen Kinderwagen samstags und abends verboten“, sagt Schmid. „Zu diesen Zeiten ist es in der Regel für Babys und Kleinkinder zu laut und zu voll. Und wir wollen nicht, dass jemand auf dem Festgelände oder in der U-Bahn über die Gefährte und damit über die Kinder stolpert und sie in Gefahr bringt.“

Schmid: Abstellpreise „völlig richtig"

Insofern sei es „völlig richtig, Familien nicht durch besonders billige Abstellpreise dazu einzuladen, trotzdem Kinderwagen mitzubringen.“

Josephine Kroetz ist vor lauter Ärger mit ihren Freunden übrigens umgedreht – und statt auf die Wiesn in die Stadt gefahren: „Da wird geklagt, dass heuer so wenig Menschen hingehen. Und dann duldet die Stadt vor dem Eingang Preise, die Familien vertreiben. Selber schuld.“

 

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