Schadenersatzklage Hubert Haderthauer: Streit um Modellauto vor Gericht

Das Streitobjekt: Das Modell eines Rolls Royce von 1905. Foto: John Schneider

Schadenersatz-Klage: Mörder und Modellbauer Roland S. will viel Geld von Hubert Haderthauer. Der Gatte der Ex-Ministerin habe ein Modellauto, das nicht ihm gehörte, gewinnbringend veräußert. So lief der Prozess.

 

München Für 17 000 Euro bekommt man schon den einen oder anderen Neuwagen. Oder bei Christie’s den Zuschlag für ein Modellauto. Das behauptet jedenfalls Roland S., langjähriger Geschäftspartner von Hubert Haderthauer und will den 2007 erzielten Auktionserlös für ein von ihm gebautes Rolls-Royce-Modell vom Ehemann der Ex-Ministerin Christine Haderthauer zurück.

Doch der wehrt sich gegen diese Ansprüche. Zwar ist unbestritten, dass der dreifache Mörder das Oldtimer-Modell 1972 baute und es Ende der 80er-Jahre an Haderthauer übergab. Doch die Umstände dieser Übergabe sind jetzt Gegenstand einer Schadenersatzklage, den Roland S. gegen Haderthauer angestrengt hat.

Haderthauers vermeintlicher Trumpf in dem Streit: Er präsentierte in dem Verfahren einen Vertrag aus der Zeit der Übergabe, in dem ausgeführt wird, dass das Rolls-Royce-Modell als Sicherheit unter den Geschäftspartnern dienen sollte. Roland S. baute mit großem Geschick Modellautos, Haderthauer verkaufte diese.

Nach Ansicht seines Anwalts hatte Haderthauer das Recht, das Rolls Royce-Modell zu veräußern, da Roland S. nicht – wie im Vertrag vorgesehen – zwei Mercedes-Modelle geliefert hatte.
Dieses Verkaufsrecht bestreitet der Anwalt von Roland S., Bernhard Haffke, vehement. Der damals abgeschlossene Vertrag sei „sittenwidrig“, weil Haderthauer zu der Zeit der behandelnde Arzt von Roland S. gewesen sei.

Richter Frank Tholl konnte aber keine Sittenwirdrigkeit erkennen. Roland S. sei durch den Vertrag ja schließlich nicht übervorteilt worden. Auch für die Behauptung des Anwalts der damalige Vertrag sei nur ein „Scheingeschäft“ gewesen, fand das Gericht keine Anhaltspunkte.

„Stand jetzt“, so der Vorsitzende Richter der Zivilkammer am Landgericht, müsste Haderthauer dennoch zahlen. Denn nach der vorläufigen Ansicht des Gerichts war der Häftling beim Verkauf der eigentliche Eigentümer des Modellautos.

Der Anspruch ist wohl auch nicht verjährt. Roland S. gibt an, dass er erst 2012 von dem Verkauf des Rolls Royce-Modells erfahren habe.

Noch ist aber nichts entschieden. Haderthauer wird wohl Unterlagen des Verkaufs anbringen müssen. Denn der Arzt bestreitet, dass das Modellauto bei Christie’s für 17 625 Euro versteigert wurde.
Die Frage, wem er dann das Modell des 1905er Rolls Royce vor etwa acht, neun Jahren für wie viel Geld verkauft habe, blieb er allerdings bislang schuldig. Sein Anwalt will jetzt versuchen, zumindest eine ungefähre Erlössumme herauszufinden.

Der Prozess wird fortgesetzt.    

 

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