Schaden für die Union Mehrheit in Umfrage: Seehofer hätte zurücktreten sollen

CSU-Chef Horst Seehofer. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Berlin - Im Asylstreit der Union hätte Horst Seehofer (CSU) aus Sicht der meisten Bürger als Bundesinnenminister zurücktreten sollen. 69 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus.

Das zeigt eine am Dienstag veröffentlichte repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für das "RTL/n-tv-Trendbarometer". Selbst 45 Prozent der CSU-Anhänger befürworteten demnach einen Rücktritt. Lediglich ein Viertel (25 Prozent) findet es gut, dass Seehofer sein Ministeramt behält.

Am Sonntag hatte Seehofer den Rücktritt von seinen Ämtern als Parteichef und Innenminister angeboten. Nach Gesprächen in der engsten Parteiführung sagte er dann, er werde seine politische Zukunft von einem Einlenken der CDU abhängig machen. Nach dem Kompromiss im Asylstreit kündigte er dann an, er wolle doch Minister bleiben.

Mit dem Ausgang des Konflikts zeigt sich die Mehrheit der Befragten unzufrieden: 54 Prozent hätten es lieber gesehen, wenn die Schwesterparteien CDU und CSU künftig bei Wahlen getrennt antreten würden. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich am Montag mit Seehofer auf die Einrichtung sogenannter Transitzentren geeinigt. Von dort sollen Asylbewerber, für deren Verfahren ein anderer EU-Staat zuständig ist, in diesen Staat zurückgebracht werden.

Der Umfrage zufolge geht keine der Parteien als klarer Sieger aus dem Unionsstreit hervor: 29 Prozent der Befragten sind der Ansicht, Merkel habe sich stärker mit ihren Vorstellungen durchgesetzt. 25 Prozent glauben, dies sei Seehofer besser gelungen. 40 Prozent können nicht sagen, wer als Sieger hervorgeht.

 

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