Schachtjor Donezk - Borussia Dortmund 2:2 Dem Hummels sei Dank

2:2 in Donezk: Mats Hummels trifft für Borussia Dortmund per Kopf. Foto: dpa

Borussia Dortmund steht im Achtelfinal-Hinspiel bei Schachtjor Donezk vor der ersten Pleite in der Champions League – dann trifft der Nationalspieler per Kopf zum 2:2. Jürgen Klopp: "Definitiv kein schreckliches Ergebnis."

 

Donezk - Mircea Lucescu hatte eine Vorahnung. "Das könnte das beste Champions-League-Spiel dieser Saison werden", hatte der Trainer von Schachtjor Donezk vor dem Achtelfinale gegen Borussia Dortmund orakelt. Das Beste, was die Königsklasse zu bieten hat, war’s zwar nicht – aber wenigstens spannend.

Was Real Madrid und Manchester City in der Gruppenphase nicht geschafft hatten, wäre Donezk beinahe gelungen: den BVB zu schlagen. Bis Mats Hummels kurz vor Schluss zum 2:2 köpfte und soeine gute Ausgangsposition fürs Rückspiel (5. März) schuf.

"Wir lagen zweimal zurück, das Unentschieden ist okay", resümierte Hummels. "Wir hätten uns aber eine bessere Basis schaffen können."

Arktisch kalt wie befürchtet war’s in der Ost-Ukraine nicht – die Thermometer zeigten um null Grad an. Vor dem Spiel sank die Stimmung bei den 52 187 Zuschauern jedoch in den Keller.

Mit einer Schweigeminute wurde den Toten des Flugzeugabsturzes am neun Kilometer entfernten Airport (siehe links) gedacht – in der Maschine der South Airlines sollen sich viele Fans befunden haben. "Eine schreckliche Nachricht", sagte Trainer Jürgen Klopp.

Anschließend konzentrierten sich beide so gut es ging auf Fußball. Was sich Donezk gegen den BVB vorgenommen hatte, konnte man vorher in der Kabine sehen: "3:0, Da!!!", stand dort auf einem Zettel, "3:0, Ja!!!", so das Wunschergebnis.

Den besseren Start erwischte allerdings Dortmund: Kopfball Hummels, Latte (17.). Der erste Torschuss der Gastgeber, ein Freistoß von Dario Srna, flog dann in Reichweite von BVB-Keeper Roman Weidenfeller zum 1:0 ins Netz (31.). Torwartfehler? Ex-Torwart Oliver Kahn sagte als ZDF-Experte: "Er geht relativ zentral ins Tor, hat kaum Effet" – ergo haltbar.

Wie so oft hatte Robert Lewandowski die rechte Antwort. Der Dortmunder Stürmer, angeblich vom FC Bayern umworben und am Wochenende noch Rot-Sünder beim 1:4 gegen Hamburg, verwandelte kalt ins rechte Eck zum 1:1 (41.) – der Pausenstand.

Dass Donezk mittlerweile zu den stärksten Teams Europas gehört, hatte man schon in der Vorrunde gesehen – nachzufragen beim ausgeschiedenen Titelverteidiger Chelsea. "Man muss nur mal unter die Motorhaube schauen, die spielen hochattraktiven Fußball", meinte Kahn.

Die abermalige Führung der mit vier Brasilianern geschmückten Donezk-Elf fiel dann aber nach Marke Eiche rustikal: Hummels und Marcel Schmelzer unterschätzten einen 70-Meter-Pass, Douglas Costa schlug Kapital – 2:1 (68.). "Schmelle und ich denken dasselbe: "Hab’ ich, hab’ ich’ – ich habe ihn aber leider nicht", erklärte Hummels.

Gott sei Dank gab’s dann aber noch die Chance auf Wiedergutmachung: Ecke Schmelzer, Kopfball Hummels – 2:2 (87.). "Eine Menge wert", befand Klopp, "und definitiv kein schreckliches Ergebnis fürs Rückspiel."

 

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