Sanierung zieht sich hin Gärtnerplatztheater: Eröffnung erst Ende 2016

Ein Bild aus dem Jahre 2011, also noch vor dem großen Umbau des Gärtnerplatztheaters. Jetzt wurde das Ende der Bauzeit nach hinten verschoben: Auf den Oktober 2016. Foto: dpa

Das Gärtnerplatztheater feiert den 150. Geburtstag - aber außer Haus. Weil die Sanierung sich hinzieht, wird voraussichtlich erst 2016 wiedereröffnet. Die Geburtstagsparty findet stattdessen auf dem Eis statt.

 

München - Das Staatstheater am Gärtnerplatz soll voraussichtlich erst im Oktober 2016 wiedereröffnet werden. "Wenn nichts dazwischen kommt", betonte der geschäftsführende Direktor des Theaters, Max Wagner, am Donnerstag.

Schon in diesem Sommer soll Richtfest gefeiert werden. Aber die Jubiläumsspielzeit zum 150-jährigen Bestehen des Theaters wird Intendant Josef Köpplinger außer Haus feiern müssen. Ursprünglich war die Wiedereröffnung nach der jahrelangen und rund 77 Millionen Euro teuren Generalsanierung schon für Herbst dieses Jahres geplant gewesen.

In der vergangenen Saison brachte es das Theater, das derzeit auf alternative Spielstätten wie das Prinzregenten- oder das Cuvilliés-Theater ausweichen muss, auf eine Auslastung von 86 Prozent. In der kommenden Spielzeit stehen unter anderem die Vincenzo-Bellini-Oper "La Sonnambula" und die Operette "Candide" auf dem Programm. Köpplinger inszeniert das Musical "Das Lächeln einer Sommernacht". Und zum Jubiläum gibt's außerdem eine Party auf dem Eis: Der Gärtnerplatz soll im Winter für zwei Wochen in eine Eisfläche zum Schlittschuh-Laufen verwandelt werden.

Ein Musical-Highlight soll es bereits im Sommer geben: Der Comedian Thomas Hermanns (52, "Quatsch Comedy Club") will mit einem bunten "Munical" mit dem Titel "Bussi" an ein längst vergangenes München erinnern. "Es ist ein Tribut an die wilden 80er Jahre", sagte er am Donnerstag. "Wenn Sie wissen wollen, was ich 1984 erlebt habe, dann müssen Sie am 4. Juli in die Reithalle kommen." Dann feiert sein Stück Uraufführung - mit den Hits der Neuen Deutschen Welle und Marianne Sägebrecht als Bavaria.

Er habe in den 1980ern im Gärtnerplatzviertel gelebt und als Statist im Gärtnerplatztheater in der Operette "Die lustige Witwe" den falschen Sekt gereicht, sagte Hermanns. Damals habe niemand in dem Viertel leben wollen. Die Mieten, die sich heute kaum jemand leisten könne, seien damals noch bezahlbar gewesen. "Da waren nur Schwule, Arbeitslose und Studenten", sagte Hermanns. "Ich war alles drei."

 

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