Sanierung und Neubau Etwas neuere Heimat

Südlich der Zschokkestraße liegt die Siedlung Alte Heimat. In den kommenden neun Jahren wird sie erneuert. Foto: bing

In der Gewofag-Siedlung an der Zschokkestraße wird bis 2025 saniert, abgerissen und neu gebaut.

Laim- Einige wenige der Mieter in der Alten Heimat gehören noch zu denen, die bei der Gründung der Siedlung hier eingezogen sind. Die Satzung sieht es vor, dass jeder, der hier wohnen will, neben der Bedürftigkeit auch ein gewisses Alt-Münchnertum nachweisen muss, also schon lange in der Stadt leben muss.

Doch auch bei aller Vertrautheit, irgendwann braucht’s mal eine Frischekur. Deshalb hat die Stadt beschlossen, zunächst die Gebäude südlich und zwei nördlich des Kiem-Pauli-Wegs instand zu setzen. Langsam soll es gehen, in drei Abschnitten mit der Fertigstellung Ende 2018. Reichlich Zeit für Malerarbeiten, neue Briefkästen und Brandschutztüren.

Der Charakter der Alten Heimat, das ist den Trägern besonders wichtig, soll erhalten bleiben. Kommunalreferent Axel Markward spricht von einer „Sanierung mit Augenmaß“.

Direkt im Anschluss geht die Gewofag dann in die Abriss- und Neubauphase. Zuerst müssen die Häuser mit den Schrägdächern weichen, stattdessen werden zwei längliche Gebäude hochgezogen, eines davon wird einen Quartierstreff mit Mittagstisch beherbergen. Südlich des Kiem-Pauli-Weges, an der Hans-Thonauer-Straße, entsteht eine Kita mit je drei Kindergarten- und Krippengruppen.

Im zweiten Neubauschritt, der für die Zeit von Mitte 2020 bis Mitte 2022 geplant ist, ersetzt die Gewofag die Gebäude an der Zschokkestraße. Größer sollen sie sein, es entstehen vier Langbauten als Riegel für einen besseren Lärmschutz in der dahintergelegenen Siedlung.

Ende 2020 geht das Projekt dann in die dritte Bauphase, zwei längliche Gebäude schließen die Alte Heimat dann nach Osten und Westen hin ab. Anfang 2025 schließlich sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

140 Wohnungen werden insgesamt abgerissen, wie viele genau in den Neubauten entstehen, kann die Gewofag derzeit noch nicht sagen. Ob die Reihenfolge so in der Umsetzung erhalten bleibt, ist allerdings noch nicht ganz sicher – die Gewofag will zuerst noch einige technische Fragen klären.

Die gemächliche Projektplanung ist so beabsichtigt. Damit wollen Stadt und Gewofag sicherstellen, dass die Bewohner ihren Bedürfnissen entsprechend versorgt und umgesiedelt werden können. In Einzelgesprächen wird geklärt, wer bleiben mag und wer bei der Gelegenheit vielleicht lieber woanders hinzieht.

Bis auf das Thomas-Wimmer-Haus ist die gesamte Alte Heimat von den Maßnahmen betroffen. In der Siedlung, die 1958 für jene Menschen errichtet wurde, die durch den Krieg ihr Zuhause verloren hatten, gibt es derzeit rund 600 Wohnungen für bedürftige Münchner.

 

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