Sanaa Terroranschläge auf zwei Moscheen im Jemen - viele Tote

Bei den Anschlägen auf zwei Moscheen sind zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Foto: dpa

Der Machtkampf im Jemen fordert einen immer höheren Blutzoll. Die schiitischen Huthi-Rebellen kontrollieren weite Teile des Landes. Jetzt werden sie in der Hauptstadt Sanaa zum Ziel von Anschlägen.

 

Sanaa - Bei Terroranschlägen auf zwei Moscheen der schiitischen Huthi-Rebellen in Jemens Hauptstadt Sanaa sind beim traditionellen Freitagsgebet mindestens 77 Menschen getötet worden. Mehr als 120 weitere Gläubige wurden verletzt, wie Ärzte am Freitag berichteten.

Die Attentäter sprengten sich kurz nacheinander in die Luft, wie Augenzeugen berichteten. Zunächst habe ein Attentäter eine Bombe gezündet, um einen Sicherheitsgürtel um ein Gotteshaus zu sprengen. Ein zweiter Täter sei danach in die Moschee eingedrungen und habe dort viele Menschen mit in den Tod gerissen. Ein dritter Attentäter habe eine weitere Moschee angegriffen. Unter den Toten ist auch einer der wichtigsten schiitischen Geistlichen des Landes, wie die Huthis mitteilten. Zunächst bekannte sich niemand zu den Taten.

Die Huthi-Rebellen liefern sich seit Monaten einen Machtkampf mit Staatschef Abed Rabbo Mansur Hadi. Auch mit dem jemenitischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida sind sie verfeindet.

Die Huthis brachten in den vergangenen Monaten den Norden des Landes und die Hauptstadt unter ihre Kontrolle. Vor einigen Wochen setzten sie Hadi und die Regierung ab, sie lösten auch das Parlament auf. Der Präsident floh deshalb ins südjemenitische Aden. Von dort aus will er weiterregieren.

In Aden bombardierten am Freitag erneut Kampfflugzeuge Hadis Amtssitz. Angaben über Schäden gab es zunächst nicht. Die Lage in der Stadt sei so angespannt wie noch nie, hieß es aus Sicherheitskreisen.

Bereits am Donnerstag hatten Kampfjets Hadis Amtssitz in Aden angegriffen. Der Staatschef warf den Hutis vor, sie hätten zusammen mit Vertretern des "alten Regimes" einen Putsch gegen ihn versucht. Die Rebellen sind mit dem früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh verbündet, der 2012 nach Massenprotesten zurückgetreten war.

 

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