Samt-Stretch und kräftige Farben Wiesn 2018: Das sind die diesjährigen Trachten-Trends

Designerin Sandra Abt vom Label "AlpenHerz" stellt die diesjährigen Trachten-Trends vor. Foto: TrachtenHerz PR/AZ

So langsam geht es in die heiße Phase – in knapp eineinhalb Monaten startet das Oktoberfest 2018. Doch welches Dirndl und welche Lederhosen trägt am besten auf der Wiesn? Designerin Sandra Abt stellt im Interview die diesjährigen Trachten-Trends vor.

Der Wiesn-Countdown läuft! Am 22. September startet das weltberühmte Oktoberfest in München. Und für die Frauen (und auch für die mode- und traditionsbewussten Männer) stellt sich da alljährlich die Frage: Was ziehe ich nur an beim Bierfest der Superlative? Tracht ist natürlich Pflicht, aber Dirndl ist nicht gleich Dirndl.

Designerin Sandra Abt vom Label "AlpenHerz" erklärt, womit die Madln und Buam in diesem Jahr beim Schunkel-Marathon eine gute Figur machen. Eins vorab: Bling-Bling-Dirndl mit kiloweise Glitzer sind nach wie vor out.

Frau Abt, worin macht Frau beim Oktoberfest eine gute Figur? Wohin geht der Trend in der Tracht?
Sandra Abt: Wie schon in den Vorjahren geht der Trend hin zur Tradition und weg vom Chi Chi. Gefragt sind die klassischen Schnitte und Stoffe. Bei den Farben sind kräftige Farben wie Beere, Rot oder Grün angesagt, aber auch der Klassiker Schwarz ist sehr beliebt. Ein neuer großer Trend sind unsere Samt-Stretch-Oberteile: sie sind aus superweichem Samt und sehr angenehm zu tragen, da zwickt es nirgends (lacht). Zu den hochgeschlossenen Dirndln werden langärmelige Spitzenblusen getragen. Die hochgeschlossenen Dirndl waren ja schon im Vorjahr ein großer Trend. Viele unserer Kundinnen haben mittlerweile eines im Schrank, deshalb werden in diesem Jahr auch wieder Dirndl mit "normalem" Ausschnitt nachgefragt. Bei den Dirndln ist es wie in der Mode generell: Die Trends wechseln jährlich. Waren in einem Jahr Skinny Jeans angesagt, dann sind es im nächsten Jahr die Schlaghosen, die in sind. Alles in allem geht der Trend wie gesagt zum Traditionellen.

Was bleibt besser im Schrank?
Out sind immer noch zu kurze Dirndl. Und Dirndl, die zu überladen sind. Das erinnert eher an ein Faschingskostüm als an ein Dirndl. Für mich persönlich sind aber nicht perfekt sitzende Dirndl das Schlimmste. Man kann auch in einem günstigen Dirndl gut aussehen, aber es muss passen. Deshalb bitte nicht versuchen, ein zu großes Dirndl mit Hilfe der Schnürung eine Größe kleiner zu zurren!

Wie style ich das Dirndl perfekt? Welche Accessoires gehören dazu?
Das fängt natürlich beim perfekten Schuh an. Für mich persönlich sind Haferlschuhe ein No Go. Zum Abendkleid passt schließlich auch kein klobiger Schuh. Der Schuh muss zu seiner Trägerin passen. Für junge Mädchen ist ein Ballerina süß, für alle anderen empfehle ich aber eher einen Pumps. Wichtig ist auch das "Drüber". Mit einer Jacke im "quadratisch-praktisch-gut"-Look zerstöre ich den Look. Deshalb lieber eine taillierte Strickjacke tragen. Oder, wenn es etwas eleganter sein soll, einen unserer Jacquard-Janker. Diese sind tailliert, aus Stretch und mit einem Schößen hinten und zaubern eine perfekte Figur.

Viele Männer setzen auf die vererbte Lederhose. Können auch die Herren modische Akzente in Tracht setzen?
Natürlich. Zum Beispiel kann man das Outfit mit einer schicken Weste aufpeppen. Wir haben dieses Jahr neue Westen mit angesagten taillierten Schnitten. Superstylish.

Was empfehlen Sie für den eleganten Auftritt? Gerade im Käfer-Zelt brezeln die Damen sich ja gerne einmal auf.
Wir haben auch sehr festliche Dirndl im Sortiment, zum Beispiel das rückenfreie Abenddirndl "Grace" mit viel Spitze. Das kann man natürlich auch perfekt für Anlässe wie den "Almauftrieb" bei der Wiesn oder auch bei Hochzeiten oder Familienfesten in Tracht tragen. Bei uns gilt aber das Motto: Für jeden Anlass und für jeden Typ das perfekte Dirndl. Deshalb haben wir bei AlpenHerz alles im Angebot und fertigen alles nach Wunsch an.

Was muss ich für ein AlpenHerz-Dirndl hinlegen?
Die Preise reichen von ca. 500 bis 1.000 Euro für ein Dirndl aus der Kollektion. Die Maßanfertigungen beginnen bei ca. 1.400 Euro.

Eine Investition fürs Leben? Oder muss ein Frau jedes Jahr ein neues Dirndl haben?
Meiner Meinung nach sollte eine Frau mehr als ein Dirndl im Schrank haben. Man kann sie ja heute bei vielfältigen Gelegenheiten tragen und nicht nur zum Oktoberfest. Unsere Dirndl, zum Beispiel mit den klassischen Handdrückschürzen – ein Trend aus Österreich – kann man aber mindestens zehn Jahre lang tragen. Diese kommen nie aus der Mode.

Früher waren Dirndl auf der Wiesn eher Mangelware, heute tragen selbst die Touristen aus Japan und den USA Dirndl und Lederhose. Wie erklären Sie sich den Hype um die Tracht?
Tracht erzeugt natürlich eine ganz besondere Stimmung und ein Gemeinschaftsgefühl. Es ist immer auch ein gutes Gesprächsthema. Und: Es sieht einfach gut aus und schmückt.

Viele VIPs sind AlpenHerz-Fans. Wer gehört alles zu Ihrer Fangemeinde?
Es sind in den letzten Jahren eine Menge prominente Damen und Herren aus TV, Sport, Politik und vielen weiteren Bereichen zusammengekommen was mich wahnsinnig freut. Angefangen bei Top-Model Franziska Knuppe über Sophia Thomalla und JaniaIna Zarella bis hin zu Andrea Kaiser, Caroline Beil und Maria Höfl-Riesch. Bei den Herren sind es Ex-Skispringer Sven Hannawald und Musiker Stefan Mross, den wir oft für seine Sendung "Immer wieder sonntags" ausstatten.

Welches sind ihr persönlichen Wiesn-Highlights? Was gehört für Sie unbedingt dazu?
Einer meiner Lieblings-Event ist der Almauftrieb am ersten Wiesn-Sonntag, denn das ist immer wie ein großes Klassentreffen. Ich liebe es aber auch, mit meinen Freunden privat die kleinen Zelte wie zum Beispiel die "Bratwurst" zu besuchen, denn das hat eine ganz besondere Atmosphäre. Die Fahrgeschäfte interessieren mich ehrlich gesagt weniger, denn dabei wird mir mittlerweile eher schlecht (lacht). Aber meiner Tochter zuliebe steige ich noch jedes Jahr ins Kettenkarussell. Und in kulinarischer Hinsicht gehören natürlich eine Radlermaß, Brezen und Obazda und das Hendl dazu. Hendl verspeise ich wohl um die zehn Stück während dieser Zeit, aber ich bin ja auch oft genug auf dem Oktoberfest.

 

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