Saisonzeugnisse für den FCB Der Meister-Sturm: Lewandowskis Image-Problem

Sorgen im Normalfall für die Tore beim FC Bayern: Thomas Müller (l.) und Robert Lewandowski. Foto: Marius Becker/dpa

Der Top-Angreifer des FC Bayern München, Robert Lewandowski, verliert an Ansehen bei den Fans. Der letzte Teil der AZ-Saisonzeugnisse.

München - Die Zahl ist durchaus beeindruckend: 141 Tore erzielte der FC Bayern in der vergangenen Saison insgesamt, 92 davon in der Bundesliga, 21 im DFB-Pokal, 26 in der Champions League und zwei im Supercup gegen Borussia Dortmund. Klar: Kein deutsches Team zeigte sich torhungriger als der Meister. Kein Wunder bei der Qualität im Bayern-Sturm.

Wer herausragte, wer enttäuschte: Der letzte Teil der AZ-Meisterzeugnisse. Es werden ein bis vier Zeugnispunkte vergeben. (Hier gibt's den ersten Teil der AZ-Meisterzeugnisse)

Arjen Robben: Der Niederländer wurde mal wieder vom Verletzungspech verfolgt. Im Halbfinal-Hinspiel gegen Real Madrid machte Robbens Oberschenkel nach wenigen Minuten nicht mehr mit - das Saisonaus. Insgesamt verpasste der Offensivstar 18 Partien. Seine Bilanz ist dafür mit sieben Toren und zwölf Vorlagen sehr ordentlich. Der Lohn: Bayern verlängerte mit Robben bis 2019. Zwei Zeugnispunkte für den Niederländer.

Franck Ribery vs. Kingsley Coman

Franck Ribéry: Zu alt? Zu langsam? Quatsch! Bayerns Filou legte eine sehr gute Saison hin, selbst auf höchstem internationalen Niveau setzte Ribéry Akzente - mit 35 Jahren. Sechs Tore und sechs Vorlagen stehen in der Bilanz des Franzosen, der wie Robben eine weitere Saison bleiben darf. Muss sich in der kommenden Spielzeit gegen Kingsley Coman behaupten. Drei Zeugnispunkte für Frank Ribery.

Kingsley Coman: Der 21-Jährige spielte famos auf, ehe ihn im Februar ein Syndesmosebandriss stoppte. Die Bayern vermissten Comans Tempo in der entscheidenden Saisonphase sehr. Aufgrund der Verletzung schaffte es der Außenstürmer (sieben Tore, acht Assists) auch nicht mehr in Frankreichs WM-Kader. Gut für Bayern: Coman wird beim Vorbereitungsstart mitmachen können. Zwei Zeugnispunkte für den Franzosen.

Landowski verliert an Ansehen

Thomas Müller: In Abwesenheit von Manuel Neuer führte Müller die Bayern als Kapitän zur sechsten Meisterschaft in Folge. Der 28-Jährige hatte selbst großen Anteil daran: Müller gelangen 15 Tore und 18 Vorlagen in allen Wettbewerben - stark! Jupp Heynckes machte den Weltmeister wieder zum Unantastbaren, ein Status, den Müller unter Carlo Ancelotti nicht genoss. Und jetzt steht ja Müllers Lieblingsturnier bevor: Die WM. "Er wird der Spieler des Turniers", sagte Ottmar Hitzfeld bei "t-online.de". Bei zwei Weltmeisterschaften traf Müller schon zehnmal. Drei Zeugnispunkte für Thomas Müller.

Robert Lewandowski: Torschützenkönig der Bundesliga, bester Bayern-Knipser in Pokal und Champions League: Von den Zahlen her spielte der Pole eine herausragende Saison, insgesamt traf er in 48 Partien 41 Mal. Und doch: Nie in seiner Bayern-Zeit war er so umstritten wie jetzt. Grund: Egoismus-Einlagen wie in Köln, als er Heynckes den Handschlag verweigerte. Dazu das Dauer-Theater um einen Wechsel. Lewy hat an Ansehen bei den Fans eingebüßt. Deshalb nur zwei Zeugnispunkte.

Sandro Wagner: Im Winter kehrte der 30-Jährige von Hoffenheim zu seinem Verein zurück, schon in der Jugend hatte Wagner für Bayern gespielt. Und der Deal lohnte sich für beide Seiten. Wagner erzielte neun Tore, er entlastete zudem Lewandowski. Negativ: Sein Medaillenwurf nach dem Pokalfinale und die Reaktion auf seine WM-Ausbootung. Muss sich mäßigen. Zwei Zeugnispunkte.

 

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