Saisonvorberreitung EHC schwitzt schon für den Titel

Die Spieler des EHC Red Bull München Joggen durch das Olympiapark-Gelände. "Ja, sie strengen sich richtig an, so wie wir es wollen", sagt Neu-Trainer Pierre Pagé. Foto: EHC/ho

Neu-Trainer Pierre Pagé greift durch. Früher als sonst legt der EHC los und beginnt die Vorbereitung auf die Saison. „Die Fitness tut jedem von uns gut“ – sagt Zugang Smaby. Wie die Spieler schuften müssen.

 

München - Wenn das Sprichwort „Ohne Schweiß kein Preis“ stimmt, dann könnten sie beim EHC Red Bull München in dieser Saison ziemlich preisgekrönt werden.

Das Klima in dem Trainingsraum in den Katakomben des Olympiastadions ist subtropisch, die Temperaturen wüstentauglich. Die Spieler sitzen auf ihren Crosstrainern, treten kräftig in die Pedale. Die T-Shirts sind derart durchgeschwitzt, als hätten Jochen Reimer & Co. an einem Nasses-T-Shirt-Bewerb teilgenommen. „Ja, sie strengen sich richtig an, so wie wir es wollen“, sagt Neu-Trainer Pierre Pagé, der es eben eingeführt hat, dass beim EHC nicht – wie sonst üblich – das Training erst am 1. August beginnt, sondern die Spieler schon seit dem 1. Juli literweise Schweiß vergießen.

Dauerbelastungstests waren angesagt, die anhand der Blutwerte dauernd vom neuen hauptamtlichen Pysio Tobias Wawrosek kontrolliert wurden. Es folgten Stabilsationsübungen speziell für die Rumpfmuskulatur und Flexibilisationsaufgaben.

Die Philosophie bei Red Bull ist simpel, aber brutal: Mehr als 14 Tage Müßiggang am Stück sind für einen Spitzensportler schädlich. Durch das Dauertraining soll die generelle Fitness verbessert werden – das diene wiederum der Verletzungsprophylaxe. „Das Training ist ein bisschen anders, als ich es aus Nordamerika gewohnt bin, da wird weniger auf den Crosstrainern gearbeitet, aber die Fitness tut jedem von uns gut“, sagt Neuzugang Matt Smaby, dieser Kleiderschrank in Menschengestalt (1,96 Meter/110 Kilo).

Der Amerikaner outet sich als Schnitzelfan. „Ich habe in München gleich mein erstes echtes Wiener Schnitzel gegessen und ich muss sagen, das, was wir in Amerika als Schnitzel verkaufen, ist kein Vergleich zu dem wahren Schnitzel. Ich liebe es!“

Das Training beim EHC ist bereits extrem intensiv. Nationalstürmer Yannic Seidenberg, der von den Adlern Mannheim zum EHC wechselte, sagt: „Ich habe ja in Mannheim auch meist das ganze Jahr durchtrainiert, aber das was hier abgeht, hebt das Ganze schon noch mal auf ein neues Level.“

Das werden auch die drei Neuzugänge, die der EHC gestern vermelden konnten, kennenlernen. Goalie Jimmy Hertel (21) kommt von den Nürnberg Ice Tigers als zweiter Mann im Tor hinter Jochen Reimer, Jungadler-Stürmer Jan Pavlu erhielt einen Tryout-Vertrag für Juli und August. Als neuen Stürmer verpflichte der EHC den Kanadier Ryan Duncan vom EC Red Bull Salzburg. Der 27-Jährige erzielte in 266 Partien 222 Scorerpunkte. Mit 1,71 Metern und 68 Kilo fällt er aus dem EHC-Rahmen der Eishockey-Kolosse Typ Smaby.

„Er ist aber ein wirklich Großer“, sagt Coach Pagé, der Duncan aus gemeinsamer Zeit in Salzburg kennt, über den neuen Mann. Der ist übrigens der beste Freund eines anderen Großen: Jonathan Toews, dem Kapitän der Chicago Blackhawks, die gerade den Stanley-Cup gewonnen haben.

 

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