Saisonvorbereitung 2015/2016 TSV 1860-Transfers: Unerfüllte Wünsche

Drei Neuzugänge für 1860: Im Sommer kamen Romuald Lacazette, Milos Degenek und Rodnei Foto: sampics/Augenklick/AZ

Torsten Fröhling wartet immer noch auf die Neuzugänge beim TSV 1860. Bisher konnten nur die drei Neuzugänge Degenek, Rodnei und Lacazette bei den „Löwen“ verbucht werden.

 

Der Plan war eigentlich ganz einfach. „Es geht darum, schnell und gezielt Verstärkungen zu holen. Wir brauchen unsere vier, fünf Neuzugänge“, forderte Torsten Fröhling zu Beginn der Vorbereitung. Die Nahtod-Erfahrung im Relegations-Krimi gegen Holstein Kiel, als der TSV 1860 dem Abstieg in letzter Sekunde entkam, hinterließ Spuren beim Trainer und konkrete Wünsche:

Kein großer Kader-Umbruch mehr, keine panischen Last-Minute-Transfers, stattdessen sollten gezielte Neuzugänge her. Seit dem ersten Trainingslager ist viel passiert im Verein, doch nur wenig bei den Verstärkungen. „Ich kann sie nicht an Ketten herziehen“, musste Fröhling zum Saisonbeginn resigniert eingestehen.

Der Wirbel um den Sportdirektor Gerhard Poschner führte zu einem Stillstand in der Kaderplanung. Im Streit um die sportlichen Kompetenzen verlor 1860 wertvolle Zeit und das Rennen um Wunschspieler wie Tim Hoogland und Daniel Halfar. Dabei hat der Verein nach den millionenschweren Abgängen von Julian Weigl, Bobby Wood und Martin Angha – zumindest theoretisch - rund zwei Millionen Euro für neue Spieler zur Verfügung.

Doch bisher konnten die Wünsche des Trainers nicht annähernd erfült werden, nur die drei ablösfreien Spieler Milos Degenek, Romauld Lacazette und Rodnei kamen. Auf der anderen Seite haben gleich acht Spieler das Weite ge- sucht, dazu wurden der Sanchez aus der Mannschaft verbannt. „Wenn der Kader so bleibt, wird es nicht einfach. Der Kader ist ziemlich schmal, es darf nicht viel passieren“, warnte Fröhling. Bis zum Ende der Transferperi- ode (31. August) soll noch nachgerüstet werden: ein Stürmer und ein Spielgestalter sollen folgen. Bis es so weit ist, muss sich Fröhling mit diesen drei Neuzugängen begnügen.

Milos Degenek : Der Defensiv- Allrounder durchlief zuerst ein Probetraining bei der zweiten Mannschaft. „Er kam auf Empfehlung von Daniel Bierofka zu uns“, erklärte Fröhling. Der großgewachsene Verteidiger, der nach langwieriger Verletzung keinen neuen Vertrag beim VfB Stuttgart II bekam, nutzte seine neue Chance. Zum Saisonbeginn stand der 21-jährige Serbe direkt in der Startelf und erledigte seine Aufgaben in der Innenverteidigung und als defensiver Mittelfeldspieler mit einer erstaunlichen Abgeklärtheit. Degenek erwies sich als Senkrechtstarter, der den „Löwen“ sofort hilft und flexibel einsetzbar ist.

Rodnei: Der bullige Innenverteidiger (1,90 m bei 90 kg) kam von RB Leipzig und besticht mit seiner Robustheit und Bundesliga-Erfahrung (48 Einsätze für Kaiserslautern). Fröhling verspricht sich viel von dem 29-jährigen Routinier. „Rodnei hat das richtige Alter, die nötige Erfahrung und ist für die Offensive mit seiner Kopfballstärke sehr wichtig.“ Der Brasilianer wechselte spät, verpasste wegen Trainingsrückstand den Saisonstart. Dank Spezialtraining in einer Höhenkammer hat er mittlerweile Anschluss gefunden und kam beim 0:1 - gegen Freiburg zu seinem Kurz- Debüt: Er wurde als Sturm-Brecher eingewechselt.

Romuald Lacazette: Der Cousin des berühmten Franzosen Alexandre Lacazette (Markwert: 30 Mio. Euro) spielte zuvor bei der zweiten Mannschaft von Paris Saint-Germain und konnte sich bei den Löwen im Probetraining beweisen. Der französische Juniorennationalspieler ist eine Option im offensiven Mittelfeld, auch wenn es der 21-Jährige bisher noch nicht in den Kader geschafft hat. Sein Trainer bremste alle Erwartungen im Vorfeld: „Er ist noch jung und noch nicht der Spieler, der uns in die Bundesliga schießen wird.“

 

10 Kommentare