"Safeword" Domina schreibt SM-Buch: Lesen! Sonst Schläge!

Sie arbeitet als Domina und hat ein Buch darüber geschrieben: In „Safeword“ geht Nala Martin zur Sache, beschreibt gewitzt und humorvoll, wie sich eine Domina unterwirft – Fazit: Hochspannung! Foto: Philipp Guelland, dapd

Sie arbeitet als Domina und hat ein Buch darüber geschrieben: In „Safeword“ geht Nala Martin zur Sache, beschreibt gewitzt und humorvoll, wie sich eine Domina unterwirft – Fazit: Hochspannung!

AZ: Frau Martin, Ihr Sado-Maso-Roman „Safeword“ handelt von Ihrem eigenen Job als Domina – wie viel Nala Martin steckt denn in der Hauptfigur Sharon?

NALA MARTIN: Eine Menge. In der Art und Weise wie sie denkt, ihren Job angeht, ist sie mir sehr ähnlich. Zum Beispiel führe auch ich penibel Buch über meine Gäste, schreibe ihre Vorlieben und Tabus auf.

In Ihrem Buch verliert Sharon eine Wette mit einem Stammgast, muss sich ihm fortan unterwerfen – wetten Sie auch gern?

Es ist zwar nicht Usus, dass ich Wetten in dieser Form annehme. In dem Buch spielen Sharon und ihr Partner ja das ’Five Finger Fillet’, bei dem mit einem scharfen Messer zwischen die gespreizten Finger getippt und dabei das Tempo erhöht wird – wer die Hand zurück zieht, verliert. Aber auch ich habe schon mal eine Wette angenommen – und verloren...

Sharon ist ein Switcher – heißt: sie ist dominant und devot. Wie lassen sich diese beiden Vorlieben vereinbaren?

Man muss sie gar nicht vereinbaren. Ich grenze meine sexuelle Neigung von meinem Leben ab. Heißt: Das, was ich sexuell begehre, hat mit meinem Leben draußen nichts zu tun. Ich kann also eine tonangebende Geschäftsfrau sein und mich gleichzeitig im Privaten devot hingeben.

Entsteht da kein innerer Konflikt?

Ich habe gelernt, damit zu leben. Anfänglich hat es mich irritiert. Wenn man sich aber einmal klar wird, dass man sich nicht jedem unterwerfen oder jeden dominieren muss, lebt es sich ganz gut als Switcher. 

Sie schreiben in Ihrem Buch offen über Ihre Emotionen nach den devoten Sessions, wie erniedrigt Sie sich fühlen – hatten Sie Angst vor den Reaktionen auf Ihr Buch?

Teile aus dem Buch sind autobiografisch, andere nicht. Welche ich jetzt selber erlebt habe, bleibt mein Geheimnis. Ich möchte nicht von wildfremden Menschen bewertet werden, gesagt bekommen: „Mensch Nala, du dumme Nuss, warum hast du das gemacht?“

In „Safeword“ wird auf selbiges verzichtet – es gibt also keine Notleine, wenn’s zu schmerzhaft wird. Wie sieht’s damit in der Praxis aus?

Auf ein Safeword zu verzichten ist kein Fehler. Ein großer Fehler wäre es aber, hörig zu werden, keine eigenen Entscheidungen mehr zu treffen.

Sadomasochismus gilt oft noch als Tabuthema. Ist Ihr Buch eine Provokation?

Nein, das war nie meine Intention. Das Buch erklärt vielmehr eine Facette des SM.

Was reizt Sie an SM?

Der psychologische Aspekt – warum jemand, der sich unterwirft, sich zu Dingen hinreißen lässt, denen er vorher skeptisch gegenüberstand. Das finde ich faszinierend.

Faszinierend ist auch Ihre Person: Sie sind katholisch, Mutter und Domina – wie passt das zusammen?

Ich glaube zwar an Gott, aber auf meine Art. Jeder sollte sein Leben so leben, wie er es für richtig hält, solange es keinem schadet. Und meine Kinder halte ich aus meinem SM-Dasein komplett raus.

 

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