Sachsen-Anhalt Magdeburger "Polizeiruf 110" sorgt für Ärger

Claudia Michelsen ermittelt als Kommissarin im rechten Milieu Foto: ARD

Die "Polizeiruf 110"-Premiere aus Magdeburg sorgt bei Politikern aus Sachsen-Anhalt für mächtig Aufregung. Grund hierfür ist die Nazi-Thematik des Krimis: Man fürchte, die MDR-Produktion würde Rechtsradikalismus als typisches Ostproblem darstellen.

 

Magdeburg - Der erste "Polizeiruf 110" aus Magdeburg mit dem Titel "Der verlorene Sohn" sorgt bereits einen Monat vor seiner Ausstrahlung am 13. Oktober für Aufregung. Claudia Michelsen (44) und Sylvester Groth (55) ermitteln darin als Kommissare in rechtsradikalen Kreisen - eine Thematik, die einigen Politikern offenbar zu heikel ist: "Rechte Gesinnung als ausgewiesenes Ostproblem im ,Polizeiruf' klischeehaft darzustellen, wäre fatal", sagte Dr. Christoph Bergner, ehemaliger Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, gegenüber der "Bild"-Zeitung.

In die selbe Kerbe schlägt auch CDU-Landestagsabgeordnete Wigbert Schwenke: "Es ist natürlich sehr bedauerlich, dass man sich die angeblich negative Seite der Stadt für den ersten Film zum Thema gewählt hat." Er hätte sich vom produzierenden MDR "mehr Fingerspitzengefühl" gewünscht.

Drehbuchautor Christoph Fromm widerspricht dieser Argumentation und bezeichnet sie als einen falschen Umgang mit der Thematik. Man könne den Film in vielen Städten Deutschland erzählen, "aber natürlich hat auch Magdeburg ein Problem mit Rechtsextremismus", so Fromm.

 

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