RWE-Boss feiert Schon wieder Party: Wulff feiert mit Maschmeyer

Die beiden stehen sich schon lange nah, wie man weiß: Christian Wulff (l.) und Carsten Maschmeyer.(Archivfoto) Foto: dapd

RWE-Boss Großmann feiert 60. Geburtstag: ein weiß-blaues Fest mitten in Niedersachsen. Da sind auch Ferres und Maschmeyer am Start – und das ehemalige Präsidentenpaar natürlich.

 

Spätestens in der Werks-Halle der Georgsmarienhütte, in der sonst eine stattliche Anzahl von wertvollen Oldtimern parkt, vergisst man beinahe die niedersächsische Provinz in und um Osnabrück herum – und glaubt, sich auf dem Oktoberfest zu befinden.

Für acht Stunden – von 12 bis 20 Uhr – hat dort Feinkost-Primus Michael Käfer einen Mix aus Tegernseer Waldfest und Mini-Wiesn gezaubert. Mit Blasmusik und Buden, darunter auch Ali Bräus Schießstand, der einmal im Jahr direkt neben „Käfers Wiesn-Schänke“ steht.

Im Mittelpunkt der weißblauen Szene im Hochdeutsch-Norden steht Energie-Powerman Jürgen Großmann (RWE-Vorstandsvorsitzender), der seinen 60. Geburtstag feiert – mit Familie und mit Top-Prominenz: Die Damen alle stolz im Dirndl, die Herren im Trachtenanzug. Nur nicht Ex-Bundespräsident Christian Wulff, der dunklen Anzug trägt. Seine sonst immer strahlende Ehehälfte Bettina hat etwas blass ausgesehen. Ihre Miene hellt sich auf, als das leckere Essen vom Grill, Haxn und Hendl, kommt.

Zuvor gibt's reichlich bestückte Brotzeit-Brettl mit Regensburger, Schinken, Radi und Leberwurst. Der angekündigte Wladimir Putin bleibt fern, obwohl er doch angeblich versprochen hat: „Wenn ich die Wahl gewinne, komme ich.“

Zwischen Großmann und Gazprom besteht eine fast kumpelhafte Connection. Gerhard Schröder, der Dritte im Bunde, taucht ebenfalls nicht auf. Aber gute Freunde, das hat auch schon Franz Beckenbauer erkannt, kann niemand trennen. An den Achter-Tischen sitzen Großmann-Freund Carsten Maschmeyer und seine Frischverlobte Veronica Ferres, der mächtige Siemens-Chef Peter Löscher, Industrie-First-Lady Maria Elisabeth Schaeffler, TV-Journalist Ulrich Wickert und Kollege Hajo Schumacher (er ist Wulff etwas aus dem Weg gegangen, weil er ihn vor kurzem bei einer Talk-Show nicht mit Glacéhandschuhen behandelt hat).

Außerdem dabei sind Ex-Bundesinnenminister Otto Schily, der bayerische Ex-Minister Georg von Waldenfels mit Sohn Max, „Egerner Höfe“-Eigner Claus-Dieter Graf von Moltke, Gisela Strüngmann (früher „Hexal“) sowie Berliner und Niedersächsische Polit-Prominenz.

Die Vorliebe für weißblaue Lebensart mag daher rühren, dass Jürgen Großmann am Tegernsee eine Villa bewohnt und sich dort fast wohler fühlt als in seinem Prachthaus an der Hamburger Elbchaussee.

Seine Georgsmarienhütte, bei der er Gesellschafter ist und die vor allem Metall für die Autobranche produziert, war mit ein Grund dafür, dass er viele Jahre im Aufsichtsrat der Volkswagen AG saß. Der agile Jubilar Großmann, einer der betuchtesten Deutschen, verlässt noch in diesem Jahr seinen Chefsessel.

Der Atomlobbyist betreibt seine ganzen Unternehmungen fast spielerisch. In Osnabrück ist er Besitzer des Sterne-Restaurants „La Vie“, in Arosa gehört ihm ein Luxushotel und in Australien ein Weingut.

Seine charmante Frau Dagmar, mit der er seit 27 Jahren verheiratet ist, hat sich schon immer selbst einen Hut kaufen können. Sie ist glückliche Erbin von rund 30 Musik-Verlagen. Opern- und Theateraufführungen geben ihm Kraft, sagt Großmann. Auch gutes Essen sei eine Medizin für Stress-Bewältigung. „Vielleicht habe ich deshalb ein paar Pfunde zu viel“, meint er schmunzelnd – und gesteht dann: „Maßhalten fällt mir schwer, wenn es schmeckt. Das gilt auch für andere Bereiche. Ich esse leider zu schnell. Das ist sicher ungesund.“

 

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