Rupprecht-Gymnasium Beim Naschen gebröselt: Schüler sollen zahlen

Angefangen hat alles mit Gummibärchen und Keksen. Weil Schüler im Schullandheim gebröselt haben, sollen sie Geld für die Reinigung bezahlen. Foto: dpa

Vorher gibt es keine Zeugnisse: Eine achte Klasse des Rupprecht-Gymnasiums soll 300 Euro zahlen, weil sie im Schullandheim beim Naschen auf den Boden bröselte. Schüler und Eltern gehen auf die Barrikaden.

München – Wer nicht zahlt, soll kein Zeugnis kriegen. Die Eltern dürfen ihre Kinder nicht freikaufen. Und jeder der Jugendlichen muss außerdem Sozialarbeit leisten. Zoff am Rupprecht-Gymnasium in Neuhausen – und das kurz vor den Sommerferien.

Die Schulleitung ist empört und verhängt Strafen, eine Klasse leistet gemeinsam Widerstand, die Eltern sind in Aufruhr und verlangen härtere Beweise. Die Stimmung am letzten Schultag: mies.

Angefangen hat alles mit Gummibärchen und Bröseln. Es war Anfang Juli und die Klasse 8e des Gymnasiums im Schullandheim. Das Anwesen in Holzhausen südlich von München gehört der Schule, die Klassen fahren regelmäßig dorthin. Doch dieses Mal gab es Probleme.

Die Schüler sollen in den Zimmern Süßigkeiten gegessen haben, obwohl das nur im Speiseraum erlaubt ist. Dabei sollen sie schlimm gebröselt haben. Im Mahnbrief des Schulleiters an die Eltern heißt es, das sei keine Bagatelle, „sondern ein Verhalten, das enormen Mehraufwand für alle mit dem Erhalt des Hauses Beteiligten bedeutet.“

Wer die Verschmutzer waren, ist unklar. Die Klasse hielt zusammen und gab sich geschlossen als Brösel-Sünder aus. Deshalb soll jetzt jeder der 30 Schülerinnen und Schüler 10 Euro von seinem Taschengeld bezahlen, insgesamt 300 Euro also, damit gereinigt werden kann. Außerdem sollen sie zur Sozialarbeit beim Hausmeister antreten. Die Schüler berichten von der Drohung einer Lehrerin: Bevor nicht jeder gezahlt hat, gebe es keine Zeugnisse.

Das wollen sich Schüler und Eltern nicht bieten lassen, schließlich habe es eine Zimmernachschau bei der Abreise gegeben. Erst Wochen später kam der Mahnbrief. Als Beweis soll es Fotos geben, auf denen Brösel und Gummibärchen zu sehen sind.

Eltern der Klasse protestieren: „Eine kollektive Ordnungsmaßnahme gegen eine gesamte Klasse ist gesetzlich verboten“, schreibt ein empörter Vater. Bis zum vorletzten Schultag zu warten sei „hinterlistig“, findet eine Mutter.

Der Schulleiter sagt zur AZ, es handle sich um eine „pädagogische Maßnahme“, nicht um eine Strafe. Er wolle daran festhalten. Die ganze Klasse weigert sich, zu zahlen. Die Zeugnisse gibt es dann trotzdem – doch der Streit geht nach den Sommerferien weiter.

 

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