Rund um die Kuvertfabrik München: Das tut sich auf dem Pasinger Kupa-Gelände

Die frühere Pasinger Kuvertfabrik und das Baugelände oben vom wackeligen Baukran-Korb aus gesehen. Mehr Bilder vom Kupa-Quartier finden Sie in unserer Fotostrecke. Foto: Sigi Müller

Die historische Kuvertfabrik wird 220 Büroplätze bieten. Jetzt beginnt der Bau von 175 Eigentumswohnungen in Häusern drumherum.

 

Pasing - In der alten Kuvertfabrik Pasing (Kupa) wurde das bewährte Fensterkuvert erfunden. Nun ist in den vier Geschossen der Boden voller Staub. Arbeiter haben das Gebäude von 1906 bis auf seine Säulen entkernt. Sie haben den imposanten Acht-Meter-Dachstuhl freigelegt und das eiserne Jugendstiltreppengeländer gesichert.

Die Rundbogenfenster werden restauriert, ein Aufzug für Barrierefreiheit eingebaut. Sogar große Dachfenster hat der Denkmalschutz genehmigt. So wird die Kupa in zwei Jahren 220 Büroarbeitsplätze mit Atmosphäre bieten: "Mit mehr Licht wird es noch schöner", erklärt Projektleiter Christian Schulz.

Bau um die Pasinger Kuvertfabrik hat begonnen

Um die denkmalgeschützte Kupa herum baut Bauwerk aus München fünf Neubauten mit 175 Eigentumswohnungen und hin zur Landsberger Straße im Erdgeschoss auch Einzelhandel. Am Mittwoch war Grundsteinlegung.

Drei bis zu 57 Meter hohe Kräne sind für den Rohbau im Einsatz: Das Beton-Fundament des zweiten Wohnhauses wird gerade gegossen. Darunter wird eine Tiefgarage entstehen. Dafür mussten sieben Kastanienbäume gefällt werden.

Planung: Abwechslung und U-Bahn-Tunnel

Eine Herausforderung für die Planer: Sie müssen einkalkulieren, dass 2025 der U-Bahn-Tunnel unter der neuen Tiefgarage gebohrt werden soll: Für die Verlängerung der U-Bahnlinie 5 vom Laimer Platz nach Pasing.

Das Auge der neuen Pasinger Quartiers-Bewohner soll einmal Halt finden an prägnanten, asymmetrischen Erkern an Haus-Fassaden, auch an den großen Balkonen und den schicken karminroten Rollos an den Fenstern, die farblich mit den roten Biberschwanz-Dachziegeln der historischen Kuvertfabrik harmonieren. Architekt Fabian Albrecht vom Büro Allmann Sattler Wappner will sich ausdrücklich gegen Ödnis in neuen Stadt-Quartieren stemmen.

Wohnen im Münchner Quartier mit Sharing-Gedanke

Ende 2021 soll alles fertig sein. Für das nette frühere Kesselhaus mit dem Blechdach neben der Kupa wird ebenfalls ein Mieter gesucht: Gastronomie ist hier geplant – sogar mit einer Freischankfläche. Doch Projektleiter Christian Schulz ist beim Blick in die Zukunft noch vorsichtig: "Das Kesselhaus kann auch Büro werden. Das ist abhängig davon, was der Markt letztendlich will."

Im Trend ist der Sharing-Gedanke für das moderne Quartier: Es wird eine Fahrradwerkstatt geben, eine Küche plus Raum für Feste für alle Bewohner und einen gemeinsamen Dachgarten. Zudem Lastenräder, Rasenmäher zum Teilen und 420 Radlstellplätze. 100 Prozent der Dachflächen werden Gärten.

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