Rund 450 Mitarbeiter wären betroffen Landshuts ehemaliger Karstadt-Chef kämpft in Leipzig um Filiale

Das vom langjährigen Landshuter Michael Zielke geführte Karstadt-Haus in der Leipziger Innenstadt gilt als eines der schönsten des Unternehmens. Foto: unbekannt

Landshuts ehemaliger Karstadt-Chef kämpft in Leipzig für sein Haus. Rund 450 Mitarbeiter wären betroffen.

Landshut - Als Chef der Landshuter Karstadt-Filiale war er von 2008 bis 2016 einer der bekanntesten Einzelhandels-Manager der Stadt und obendrein ein so bunter gesellschaftlicher Farbtupfer, dass er eine quasi nicht zu schließende Lücke hinterlassen hat. Seit anderthalb Jahren ist Michael Zielke nun Geschäftsführer von Karstadt in Leipzig – und erlebt in dieser Eigenschaft derzeit die wohl stürmischste Phase seiner Karriere.

Nach einem Eigentümerwechsel der Immobilie droht dem Warenhaus mit seinen rund 450 Mitarbeitern im Herzen der sächsischen Metropole die Schließung; der Mietvertrag wurde zum 31. März 2019 gekündigt. Doch die Leipziger wollen sich das nicht gefallen lassen. Sie kämpfen für Karstadt – und wie: Eine Welle der Solidarität begleitet Michael Zielke und sein Kaufhaus durch die schwere Zeit, unter anderem gibt es eine Online-Petition, schon nach einem Tag hatten rund 2.000 Menschen unterschrieben. Am 9. Mai um 9 Uhr soll eine Menschenkette rund um das Haus gebildet werden.

Nach einem Eigentümerwechsel droht dem Warenhaus mit  rund 450 Mitarbeitern in Leipzig die Schließung

Auch die Politik in Leipzig macht mobil, um die über 100-jährige erfolgreiche Geschichte des Kaufhauses nicht sterben zu lassen. Die CDU hat eine Erhaltungssatzung im Sinne des Milieuschutzes beantragt, um bei einer eventuell geplanten Umnutzung etwa in ein Hotel eine Handhabe zu besitzen; von der SPD ist Wohlwollen signalisiert worden. "Wir spüren viel Unterstützung von den Bürgern", bekräftigt der Ex-Landshuter und gebürtige Berliner Zielke. "Und auch die Stadt steht uns zur Seite, sucht proaktiv das Gespräch."

Was die Zukunft bringen wird für "eines unserer schönsten Häuser", so der Geschäftsführer, bleibt vorerst offen. Das Engagement und auch die Zuversicht von Michael Zielke sind ungebrochen: "Als ich Landshut verlassen habe, war Leipzig meine Wunschstadt und meine Wunschfiliale. Mein Herz hängt an diesem Haus, ich werde mich 1.000-prozentig dafür einsetzen, dass es weitergeht."

 

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