Rund 1.000 Gäste Doppelmord von Herne: Abschied von Jaden (9)

Mitglieder der Rockerbande Bandidos trauern um den Buben (kl. Foto), der von Marcel H. umgebracht worden ist. Foto: dpa

Rund 1.000 Gäste kommen zur Trauerfeier des ermordeten Buben in Herne. Unter ihnen sind viele Mitglieder der "Bandidos".

 

Herne - Sein Leben ist viel zu früh zu Ende gegangen: Der kleine Jaden, erst neun Jahre alt, ist in Herne von Marcel H. (19) ermordet worden. Gestern ist der Bub beigesetzt worden. Zu der Trauerfeier kamen rund 1.000 Menschen. Die meisten von ihnen waren Mitglieder verschiedener Rockergruppierungen, vor allem aber der "Bandidos". Der Stiefvater von Jaden ist dort Mitglied. Die Rocker waren für die Beisetzung aus ganz Deutschland sowie auch aus dem Ausland angereist.

"Ein junges Leben ist ein für alle Mal brutal ausgelöscht worden", sagte der evangelische Pfarrer Michael Thoma in einer Ansprache. Der Verlust sei nicht in Worte zu fassen. Er erinnerte daran, dass die Familie in den Tagen vor der Ermordung noch ein Wochenende in Holland verbracht hatte. "Es darf nicht sein, dass ein Kind vor der Mutter geht. Er hatte doch noch so viel Leben vor", verdeutlichte er. "Jaden hat jetzt ein anderes Leben, ein Leben bei Gott."

Die Trauerandacht in der kleinen Friedhofskapelle des Waldfriedhofs wurde über Lautsprecher nach draußen übertragen. Anschließend wurde Jaden in einem weißen Sarg beigesetzt. Am Mittwoch hatten Hunderte Menschen bereits in einem emotionalen Gottesdienst in Herne der beiden Mordopfer gedacht.

Schüler von Jadens Schule trugen Kartons in den Altarraum der Herz-Jesu-Kirche, auf die sie ihre Gefühle geschrieben hatten: "Angst", "Wut", "Traurigkeit" und "Unsicherheit" waren zu lesen. Jaden war das erste von zwei Opfern, deren Ermordung der Marcel H. nach seiner Festnahme gestanden hat. Der 22 Jahre alte Christopher, ein Bekannter des Täters, war drei Tage nach Jaden erstochen in Herne gefunden worden.

 

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