Rumänien: Kein Schutz für Hunde Münchner hilft in der Tierhölle

Hunde aus Rumänien im Münchner Tieheim. Leiter Karl-Heinz Joachim will jetzt aus Rumänien mindestens 30, wenn nicht sogar 40 weitere mitbringen. Foto: Tierheim München

In Rumänien dürfen seit Mittwoch Straßenhunde getötet werden. Tierschutzverbände im In- und Ausland laufen Sturm. Das Münchner Tierheim hilft mit Futter, Medikamenten und Decken. 

 

München - Als „Tierhölle“ war die rumänische Stadt Ploiesti bis vor sechs Jahren bekannt. Dann trat Rumänien der EU bei und damit kamen auch europäische Tierschutz-Gesetze. „Dann wurde es auch in Ploiesti besser“, sagt Karl-Heinz Joachim, Leiter des Münchner Tierheims.

Seit vorgestern aber ist wieder alles anders. Weil ein Straßenhund einen vierjährigen Jungen totgebissen haben soll, hat das Parlament mit einem neuen Gesetz reagiert. Demnach ist in Rumänien die massenhafte Tötung von Straßenhunden gesetzlich erlaubt. Nur 14 Tage müssen die eingefangenen Tiere in staatlichen Tierheimen versorgt werden, dann dürfen sie getötet, im Fachjargon „euthanasiert“ werden.

Das Verfassungsgericht des Landes wies noch am Mittwoch eine Klage gegen ein vom Parlament bereits verabschiedetes Gesetz zurück. Mit der Unterschrift von Staatspräsident Traian Basescu trat das Gesetz in Kraft. Tierschützer aus dem In- und Ausland protestierten gegen die neue Regelung.

Dazu gehören auch Tierschützer aus München, allen voran Karl-Heinz Joachim. Gestern Abend startete er vom Tierheim aus mit einem Transporter auf die 1600 Kilometer lange Route nach Ploiesti in zum Tierheim. An Bord: 2523,40 Kilogramm Hundefutter, diverse Medikamente und Decken.

„Ich habe alles zusammengekratzt, was ich finden konnte. Unser befreundetes Tierheim in Ploiesti müssen wir unterstützen. Über tausend Hunde leben mittlerweile dort, das Futter ist ausgegangen und die Gefahr ist groß, dass sich die Tiere gegenseitig anfallen“, sagt er. Seitdem das Gesetz spruchreif ist, laufen die rumänischen Tierheime über. Die einen wollen die Tiere vor dem Tod schützen, die anderen wollen, dass sie nach der Frist von 14 Tagen getötet werden.

Gefährlich aber sind die Krankheiten, die sie übertragen können. Darum bringt Joachim den rumänischen Tierärzten Medikamente mit, die sie dringend brauchen. „Ich weiß, dass das nur ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein ist“, sagt er. Mindestens 30, wenn nicht sogar 40 Hunde will Joachim aus Rumänien mitbringen – „aber erst, wenn sichergestellt ist, dass sie auch keine Krankheiten haben.“

 

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