Rüstung in Freimann Geschichte durch Kunst erfahren

In Freimann war zur Zeit des Ersten Weltkrieges Münchens größter Rüstungsbetrieb. Die Bayerischen Geschützwerke und ihre Geschichte werden bei einer Kunstaktion mit allen Sinnen erfahrbar. 

 

Schwabing - Der Künstler Emanuel Günther (Dompteur Mooner) beschäftigt sich im Rahmen der Reihe „1914|2014. Die Neuvermessung Europas“ mit der Geschichte des heutigen Zenith-Geländes während der beiden Weltkriege. Er hat daraus das Projekt „Utopia Triathlon“ entwickelt, das vom 30. Mai bis 13. Juni stattfindet. Es bietet die Gelegenheit, in den künstlerisch verfremdeten Räumen der alten Industriehalle des ehemaligen Bahnausbesserungswerks der Vergangenheit nachzuspüren.

Während des Ersten Weltkrieges wurden auf dem Gelände die Bayerischen Geschützwerke Freimann errichtet, damals Münchens größter Rüstungsbetrieb. Der Schienen-Knotenpunkt, der damit in Verbindung stand, hatte entsprechende Bedeutung für die Kriegswirtschaft und prägte den Stadtteil Freimann. Kurt Eisner forderte 1918 die Arbeiter der Geschützwerke zum Streik auf, es kam zu einer Demonstration.

Nach Kriegsende schlossen die Bayerischen Geschützwerke. Emanuel Günther beschäftigt sich künstlerisch mit der Geschichte des Ortes. Er lädt ein, sich auf eine Tour durch die weitläufige denkmalgeschützte Industriehalle des ehemaligen Bahnausbesserungswerks zu begeben. Über vierzig Räume sind begehbar, ein Viertel davon wurde von Emanuel Günther künstlerisch gestaltet. Geschichte wird erfahrbar – mit allen Sinnen.

Es riecht nach Staub und Öl, man hört das Tropfen der undichten Leitungen, die Hitze ist noch spürbar, die damaligen Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Kriegswirtschaft lassen sich erahnen. Am Abend wird die imposante Dimension des Stahlbaus, der seit 1993 leer steht, durch die Lichtinstallationen betont.

Der Eröffnungsabend am Freitag, 30. Mai, 19 Uhr, in der „Halle 24“ des ehemaligen Bahnausbesserungswerks, Lilienthalallee 35, wird von den DJs IL Rampelotto & EL Salgado (Zirkus Maximus , Wien) und Dompteur Mooner gestaltet. „Utopia Triathlon“ ist vom 30. Mai bis 13. Juni jeweils von 19 bis 22 Uhr zu erleben. Mit einem Faltplan zur Orientierung kann man einzeln oder in der Gruppe auf Entdeckungstour gehen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Erreichbarkeit: U6 bis Studentenstadt, Schienenersatzverkehr Bus 2 bis U-Bahnstation Freimann, ab dort beschildert.

 

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