Rückkehr nach Verletzungen Timo Gebharts Geduldsspiel: Wann kann er dem TSV 1860 endlich helfen?

Timo Gebhart: Verletzungen bremsen ihn auf dem Platz immer wieder aus. Foto: sampics/Augenklick

Sechzigs Spielmacher Timo Gebhart ist nach vielen Verletzungen wieder da – doch wann kann er Impulse setzen?

 

München - Wäre Timo Gebhart nicht so ein überaus begabter Fußballer geworden, vielleicht hätte er dann eine Karriere als Rapper anstreben sollen.

Die Gesangseinlage des Sechzger-Spielmachers auf der Weihnachtsfeier, als er die Stimmung des versammelten Löwen-Rudels als Alleinunterhalter anheizte, ist schon jetzt legendär. Viele Sechzig-Fans fragen sich schon lange: Wann rockt der einstige Bundesligaspieler auch mal wieder auf dem Spielfeld?

Gebhart-Comeback gegen Großaspach

Beim 1:1 des TSV 1860 gegen Sonnenhof Großaspach am Samstag feierte Gebhart sein Comeback. Wieder mal. Zwanzig Minuten vor Spielende wurde er eingewechselt, der Zehner wurde lautstark von den Fans begrüßt. Zum Sieg reichte es aber nicht mehr für Gebhart und seine Kollegen.

Schon seine erste Rückkehr im Sommer 2017 in die Regionalliga Bayern begann vielversprechend, bevor sich der gebürtige Memminger einen Muskelbündelriss und wenige Monate später auch noch einen Achillessehnenanriss zuzog – und im Sommer keinen neuen Vertrag mehr erhielt.

Bei den Löwen hat der 30-Jährige sein Können zuvor zwischen 2007 und 2009 gezeigt, nachdem er die Jugendabteilungen des TSV durchlaufen hatte. Danach zog es ihn auf die größere Fußball-Bühne.

Timo Gebhart: Verletzungsreiche Vorgeschichte

100 Bundesligaspiele für den VfB Stuttgart und den 1. FC Nürnberg, aber auch der tiefe Fall bis zur drohenden Sportinvalidität prägten seine Karriere. Auch jetzt war die Euphorie groß, als Sechzigs Zehner wieder auf der Matte stand. "Wenn Timo Gebhart körperlich fit bleibt, hat er gewiss noch die Fähigkeiten, einem Drittligaspiel im Kollektiv die entscheidenden Impulse zu geben", sagte Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel nach Gebharts zweiter Rückkehr, wohlwissend um seine Vorgeschichte voller Verletzungen. Finanziert wurde der Deal von Investor Hasan Ismaik.

Fünf Startelfeinsätze, acht Einwechslungen, ein Spiel ohne Einsatz und vier verletzungsbedingte Auszeiten später kann noch keine Rede davon sein, dass der einst so spielstarke Mittelfeld-Motor wieder angekommen ist auf Giesings Höhen. Anfangs laut Ex-Trainer Daniel Bierofka zu schwer (und muskulös), dafür zu unfit präsentierte sich der einstige U-Nationalspieler und bekam erstmal einen Individual-Trainingsplan verdonnert. Ein Tor und ein Assist stehen zu Buche, den Mittelfeld-Boss hat Gebhart noch nicht rausgelassen.

"Es hat sich nach dem Tor auf jeden Fall etwas gelöst", meinte er zwar, als er beim 3:1-Heimsieg über den 1. FC Kaiserslautern bei seinem Startelfdebüt direkt ein Tor erzielte und über seinen Zustand erklärte: "Ich bin momentan wahrscheinlich bei 70, 80 Prozent. Ich habe gezeigt, dass es immer besser wird. Man muss einfach ein bisschen Geduld haben."

Diese wurde kürzlich erneut auf die Probe gestellt: Prompt bremsten ihn Achillessehnenbeschwerden aus. Gebharts Wirken, es ist für den Profi selbst wie für die Sechzger eine Geduldfrage.

Timo Gebhart: Wird der Körper mitspielen? 

Nun will Gebhart wieder angreifen. Nächster Versuch. Zu spät? Abwarten. Gebhart wäre nicht der erste Profi, der dort nochmal funktioniert, wo er sich am wohlsten fühlt: bei seinem Herzensverein. Zu alt ist er mit seinen 30 Jahren auch noch nicht. Der Vertrag des zurückgekehrten Eigengewächses läuft im Juni 2020 aus. Zukunft ungeklärt.

Fragt sich also, ob der Körper mitspielt, damit Gebhart die von Gorenzel benannten Impulse setzen kann – und wann der Zeitpunkt kommt, an dem er sich Gedanken über seine weitere Karriere abseits des Fußballplatzes machen darf.

Es ist - und bleibt - ein Geduldsspiel. Für Gebhart, aber auch die Löwen.

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