Rückkehr in den Bernlochner Stadttheater Landshut: Neue, alte Heimat

Das Stadttheater wird in den Bernlochner, seine alte Heimat, zurückkehren. Foto: AZ

Einstimmiges Votum im Plenum am Freitag für "Lösung A". Das Stadttheater kommt in den Bernlochner zurück. Der Stadtrat forciert die Rückkehr – 2024 soll es soweit sein.

Landshut - "Der Bernlochner ist das Theater!" Mit diesem Satz traf SPD-Stadträtin Maria Haucke die allgemeine Stimmungslage im Plenum, als am Freitag der Stadtrat über den Standort des Landshuter Musentempels entscheidet. Nach einer vergleichsweise kurzen Diskussion votierten die Stadträte einstimmig dafür, die sogenannte "Lösung A" zur Grundlage der weiteren Planungen zu machen, sprich: Auf dem Bernlochner-Grundstück soll ein "Großes Haus" als Neubau realisiert und zudem die Studiobühne ins historische Theater verlegt werden.

Die Gesamtkosten für dieses Projekt werden mit 37,7 Millionen Euro veranschlagt. 380 Besucher sollen im neuen Theater Platz finden. Dass diese Kapazität "für eine Stadt unserer Größenordnung nicht adäquat" sei, wie sich CSU-Stadtrat Ludwig Zellner ausdrückte, gehörte zu den kritischen Anmerkungen im Verlauf der Debatte. Mindestens 400, besser 450 Gäste sollte das Theater aufnehmen können, sagte Zellner.

Eine Möglichkeit, die beengte Situation auf dem Bernlochner-Areal zu entspannen, bestünde darin, das Grundstück südlich des Theaters ("Zisler-Villa") zu erwerben. Diesbezüglich führe man Gespräche, berichtete OB Alexander Putz: "Es könnte sein, dass uns das gelingt." Dann stünden die Chancen besser, eine großzügigere Lösung im Sinne von Ludwig Zellner in Angriff zu nehmen.

Über die Möglichkeit eines Theater-Neubaus an anderer Stelle wurde gestern kaum mehr gesprochen, obwohl sich die Verwaltung die Mühe gemacht hatte, acht verschiedene Standorte unter die Lupe zu nehmen (die AZ berichtete). In den Vorgesprächen, so der OB, hätten sich einige davon als durchaus interessant entpuppt - aber "nach Abwägung aller Faktoren" sei der Bernlochner doch die Nr. 1 geblieben. Dafür gebe es "historische Gründe", sagte Putz, aber auch wirtschaftliche, denn ein kompletter Neubau in vergleichbarer Größenordnung an einem anderen Standort käme nicht billiger, sondern mit 41,1 Millionen noch 3,4 Millionen Euro teurer als die Bernlochner-Variante.

Folgerichtig nahm der Stadtrat davon Abstand . Das Theater an seinem traditionsreichen Platz zu halten (beziehungsweise aus dem Zelt dorthin zurückzuführen), sei die "logische Konsequenz des Bernlochner-Erwerbs", betonte LM-Fraktionschef Hans-Peter Summer. Von einer "optimalen Lösung" sprach Willi Hess (CSU), gar von einem "Meilenstein" Stefan Gruber, der Fraktionschef der Grünen.

Zum Zeitrahmen: Hans Zistl-Schlingmann, der die Planungen seitens der Verwaltung vorstellte, sagte, aus heutiger Sicht könne die Rückkehr des Theaters in den Bernlochner günstigstenfalls im Frühjahr 2024 gefeiert werden. Wenn es "keine Insolvenz und keinen Bombenfund" gebe, so Zistl-Schlingmann, sei dies "ein Szenario, das erreichbar ist".

 

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