Royales Hundeleben Queen Elizabeth II.: Die Königin der Hunde

Es ist die ganz große Tierliebe: Die britische Königin Elizabeth II. streichelt einen ihrer Corgi-Hunde. Foto: dpa

Ihre Corgis haben das Herz der Queen erobert: Sie bekommen Rinderfilet serviert und haben ein eigenes Zimmer – ein Einblick in das royale Tierleben.

 

London - Ein Hundeleben kann man das wohl nicht nennen. Nassfutter aus der Dose im Fressnapf aus Plastik? Mitnichten. Wenn die Corgis, die Lieblingshunde der Queen, ihre Mahlzeiten einnehmen, dann standesgemäß: Da gibt es frisches Rinderfilet oder Hähnchenbrust, auf Porzellan und in Silberschüsseln gereicht, von der Monarchin persönlich serviert. Wie opulent die Lieblingshunde von Elizabeth II. (89) tatsächlich leben, enthüllt jetzt Dr. Roger Mugford im Magazin „Town & Country“.

Mugford ist Tierpsychologe und Verhaltenstherapeut. Er stand der Queen bei, wenn ihre Corgis mal wieder über die Stränge schlugen. Er hat Elizabeth aus nächster Nähe erlebt, wenn sich die Hundenärrin um ihre Lieblinge kümmert.

Zum Rinderfilet gibt’s noch einen pflanzlichen Cocktail

Und das sieht so aus: Wann immer möglich, füttert die Queen ihre Corgis selbst. Die sitzen dann, so Mugford, im Halbkreis um sie herum und werden der Reihe nach standesgemäß „nach dem Senioritätsprinzip bedient, die Ältesten zuerst. Die anderen sitzen geduldig da und warten, bis sie dran sind.“ Zusätzlich gibt es zum Fleisch noch einen Cocktail von homöophatischen und pflanzlichen Heilmitteln. Die Queen schwört auf Homöphatie und setzt die Mittelchen ein, wenn ihre Tiere zum Beispiel trockene oder schuppige Haut haben.

Wer es zum Corgi bei Hof gebracht hat, darf sich über ein Leben im Luxus freuen. „Meine Corgis“, erklärte die Queen einmal, „sind Familie.“ Und es ist unbestreitbar: Sie haben einen speziellen Platz im Herzen der Monarchin. Für sie gelten strikte Vorschriften, die schon Elizabeths Mutter eingeführt hatte.

Die Corgis schlafen in ihrem eigenen Corgi-Zimmer. Jeder Hund bekommt seinen eigenen Weidenkorb, der einige Zentimeter über dem Boden angebracht ist, damit sie sich nicht verkühlen. Mahlzeiten werden von einem Koch zubereitet. Leckerbissen von der königlichen Tafel sind nicht erlaubt.

Queen außer sich: Mitarbeiter verabreicht Tieren Alkohol

Und wehe, wenn sich jemand an ihren Lieblingen vergreift! 1999 machte sich ein Kammerdiener den Scherz, den Corgis Alkohol ins Futter zu mischen, um sich dann darüber zu amüsieren, wie sie besoffen herumtorkeln. Er bekam eine Gehaltskürzung und wurde zum einfachen Lakaien degradiert. „Die Queen“, meint Mugford, „toleriert Lieblosigkeit nicht. Ich erinnere mich, wie sie es scharf missbilligte, als Präsident Lyndon B. Johnson seine Hunde an den Ohren vom Boden aufhob.“

Früher tobten einst bis zu 13 Corgis gleichzeitig im Königlichen Haushalt und insgesamt waren es mehr als 30 über die letzten 72 Jahre, ganze 14 Generationen. Sie stammen sämtlich von ihrer allerersten Corgi-Hündin Susan ab, die Elizabeth 1944 zu ihrem 18. Geburtstag geschenkt bekam. Für sie gibt es eigens einen Grabstein, auf dem neben Geburts- und Sterbedatum steht: „Der treue Begleiter der Queen.“

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Nun sind nur noch zwei von ihnen übrig, Willow und Holly. Daneben gibt es zwar noch Candy und Volcan, doch sie sind sogenannte Dorgis – eine Kreuzung aus Dackel und Corgi, die vom Züchterverband mit etwas Naserümpfen betrachtet wird. „Dackel wurden gezüchtet, um Dachse in deren Bauten zu jagen“, kommentiert ein Sprecher des „Kennel Club“ die neue Mischung. „Und der Corgi, um Rinder zusammenzutreiben. Falls jemand also eine Rinderherde in einem Dachsbau verloren hat, wären das die Hunde, um sie wieder herauszuholen.“

Wegen Stolpergefahr: Keine neuen Hunde mehr

Die vier Corgis und Dorgis werden die letzten sein. Elizabeth hat entschieden, sich keine neuen Tiere mehr anzuschaffen, weil sie eine Stolpergefahr darstellen könnten, wie ein Höfling gegenüber der Zeitung „Daily Express“ verriet: „Ein junger Hund würde sehr lebhaft und aktiv sein. Ihre größte Angst ist es, über sie zu stürzen und sich einen Arm oder ein Bein zu brechen. Wenn sie ihren Pflichten auf Monate nicht nachkommen könnte, würde sie das außerordentlich niederschlagen.“

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Die Queen steht kurz vor ihrem 90. Geburtstag und kann sich einen Sturz nicht leisten. Das Ende einer mehr als siebzigjährigen Liebesaffäre zwischen Monarchin und Corgis ist abzusehen.

Aber vielleicht überlegt es sie sich noch einmal. Immerhin bieten ihr die Corgis etwas, was sie sonst nicht bekommt. „Hunde wissen nichts vom sozialen Status ihrer Eigentümer“, meint Mugford. „Das muss eine große Erleichterung für die Königin sein. Kein Wunder, dass sie die Corgis so gerne um sich hat.“

 

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