Royal Baby II Sehen wir die Prinzessin erst zur Taufe wieder?

Neue Fotos erst wieder zur Taufe? Alle warten auf den Namen für das Royal Baby II Foto: dpa

Nur zehn Stunden nach der Geburt präsentieren William und Kate ihre Tochter der Öffentlichkeit. Der erste Auftritt der Kleinen könnte für viele Monate der letzte gewesen sein.

 

London - 2200 Kinder werden jeden Tag in Großbritannien geboren. Soviel Jubel, wie bei dem kleinen Mädchen, das am Samtag, 3. Mai, um 8.34 im Londoner St. Mary's Krankenhaus zur Welt kommt, gibt es nur selten. Prinz William und seine Frau Kate sind zum zweiten Mal Eltern geworden und haben ihrem Erstgeborenen Prinz George ein Schwesterchen beschert. Großbritannien freut sich: Die Farbe rosa dominiert am Wochenende in London, die Tower Bridge wird nachts in helles rot getaucht und am Montag soll mit über 100 Böllerschüssen die Geburt Ihrer Königlichen Hoheit, der Prinzessin von Cambridge, gefeiert werden.

Schon am Samstag kannte die Freude unter den Dutzenden Royalisten vor dem Krankenhaus im Londoner Stadtteil keine Grenzen. "It's a girl, It's a girl, It's a girl", sangen sie begeistert. In der Tat: Es ist ein Mädchen, wie es sich viele Landsleute des royalen Paares und auch Großvater und Thronfolger Prinz Charles (66) gewünscht hatten.

Die Szenen gleichen denen nach der Geburt des bald zweijährigen Prinz George im Jahr 2013 bis ins Detail. Die Eltern winken, Kate hält das Kind. Und schließlich fährt William seine Frau und seine kleine Tochter im schwarzen Geländewagen nach Hause in den Kensington-Palast. Nur Kates Outfit ist ein anderes: Sie trägt ein weißes Kleid mit gelben Blumen, bei George war es ein hellblaues mit Punkten.

Kate hatte die Briten warten lassen. Die Frau, die wegen ihres langen Anlaufs zur Hochzeit mit dem Prinzen früher als "Waity Katy" verspottet wurde, wurde in der britischen Presse wieder Gegenstand von Wortspielen. Der "Great Kate Wait" war es diesmal, den sie ihren Landsleuten bescherte, eine Woche soll die Schwangere über den angeblichen, berechneten Geburtstermin gewesen sein.

Am Samstag ging dann alles ganz schnell. Um 6.00 Uhr Ortszeit fuhr William mit seiner in den Wehen liegenden Frau in die Klinik, um 8.34 Uhr war der Nachwuchs entbunden. "Ich bin sehr glücklich", sagte Prinz William, bevor er seinen Sohn abholte, um ihn mit dem Schwesterchen bekannt zu machen. Der knapp 21 Monate alte George winkte bei seiner Ankunft am privaten Lindo-Flügel des Krankenhauses gekonnt in die Kameras.

Zu diesem Zeitpunkt war das Zeremoniell längst abgespult. Noch vor den wartenden Fans und Journalisten wurde Staatsoberhaupt Queen Elizabeth II., Thronfolger Prinz Charles sowie der Rest der königlichen Familie und Premierminister David Cameron informiert. Schließlich ist das kleine Mädchen, dessen Name noch nicht bekannt ist, eine mögliche Thronfolgerin - nach Opa Charles, Papa William und Bruder George und noch vor Onkel Harry. Bei den britischen Buchmachern stehen die Namen Alice und Charlotte besonders hoch im Kurs.

Als direkte Nachkommen eines Königs oder einer Königin ist es in Großbritannien mehr als 60 Jahre her, dass zuletzt eine Prinzessin geboren wurde. Queen-Tochter Prinzessin Anne kam vor über 64 Jahren zur Welt, Thronfolger Charles hat mit William und Harry zwei Söhne, auch Williams erstes Kind George ist ein Junge.

Wie Anne wird sich später auch der Neuankömmling "Princess Royale" nennen dürfen. Solange Vater William aber noch nicht König ist, muss sich das Kindchen mit der Anrede "Ihre Königliche Hoheit, Prinzessin...von Cambridge" begnügen.

Der Durst der Öffentlichkeit nach Neuigkeiten über das Prinzesschen bleibt voraussichtlich groß. Nach dem Verlassen des Krankenhauses wird das Kind voraussichtlich erst zu seiner Taufe in mehreren Monaten wieder öffentlich zu sehen sein.

"Prinz George ist nicht mehr öffentliches Eigentum, so wie das William und Harry damals waren. Und das trifft auch auf seine Schwester zu", sagte die Royal-Biografin Penny Junor. Und der BBC-Königshausexperte Peter Hunt fügt hinzu: "Prinz William und seine Frau werden die Vierte in der Thronfolge genauso abschirmen, wie es mit ihrem Bruder tun."

Aus aller Welt trudeln am Samstag Glückwünsche an die königliche Familie ein. Die britischen Politiker nutzten die Gelegenheit, vor der Parlamentswahl am 7. Mai ihren Patriotismus zum Ausdruck zu bringen. "Das ganze Land wünscht ihr alles Gute", schrieb Premierminister David Cameron auf Twitter. Sein Herausforderer Ed Miliband, der Rechtspopulist Nigel Farage und weitere Politiker taten es ihm gleich.

Auch Earl Spencer, der Bruder von Williams gestorbener Mutter Diana, schickte Glückwünsche: "Wir sind überglücklich." Die monarchiekritische Organisation Republic hatte schon im Vorfeld versucht, den ganzen Trubel in eine gewisse Perspektive zu rücken: "Über die kurzfristige Neugierde hinaus ist das keine große Nachricht", sagte ihr Vorsitzender Graham Smith.

 

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