Rotes Haus im Westend Wieviel Rot leistet sich München?

Eingeüstet – und am Ende? „Das Haus mit der Roten Fahne“. Foto: Daniel von Loper

Seit den 1970er Jahren beherbergt das Haus Tulbeckstraße 4f nicht nur einen Verlag und eine Druckerei, sondern auch verschiedene Organisationen linker Gruppen.

 

Das „rote“ München ist spätestens Mythos, seit die CSU 2014 zwar nicht den OB-Sessel, aber die meisten Stadtrats-Sitze eroberte. Immer noch und schon seit 40 Jahren gibt es aber ein Haus – und zwar nicht das Rathaus –, auf dem die rote Fahne der Arbeiterbewegung weht: im Westend.

Seit den 1970er Jahren beherbergt das Haus Tulbeckstraße 4f nicht nur einen Verlag und eine Druckerei, sondern auch verschiedene Organisationen linker Gruppen.

„Das Haus mit der Roten Fahne ist insgesamt ein Denkmal der Münchner Arbeiterbewegung, eine soziale Begegnungsstätte, ein Ort kultureller Veranstaltungen, der Literatur und der Volksbildung.“ sagt Stephan Eggerdinger, Geschäftsführer des Verlages „Das Freie Buch“.

Eigentümer des Hauses ist aber die städtische Wohnungsgesellschaft GWG, die dem Verlag „Das Freie Buch“ zum Jahresende gekündigt hat. Grundlage ist ein Beschluss des Stadtrats von vor einem Jahr. Die CSU hatte schon im Jahr 2011 beantragt, das Gebäude „anderen Zwecken zuzuführen“ – im Zweifel also, Wohnraum zu schaffen statt linken Gruppen Raum zu geben.

„Der Ausverkauf unserer Stadtviertel und die Verdrängung von Kleingewerbe und von Orten der Begegnung betreffen uns alle“, sagt Stephan Eggerdinger. Er hat mit Gleichgesinnten also eine Unterschriftenliste gestartet und fordert den Stadtrat auf, die Kündigung zurückzunehmen. Die Zeit drängt.

Kontakt: Verlag Das Freie Buch, Tulbeckstr. 4f, 089 50 24 834, www.haus-mit-der-roten-fahne.de, kontakt@verlagdasfreiebuch.de

 

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