Rock Franz Ferdinand ganz furios im Zenith

Franz Ferdinand Foto: Andy Knowles

Die schottische Band begeistert 5000 Münchner im Zenith mit neuen und alten Klassikern des Indierock

 

Im Jahr 2004 avancierte ihr Debütalbum sofort zum Klassiker inmitten der Indie-Welle, die von Großbritannien rüberschwappte. Die Indie-Welle ist nun abgeflacht. Die Bands gibt es aber noch immer. Die Arctic Monkeys sind von rotzfrechem Scheppern zu abgebrühtem Groove übergegangen. Bloc Party überzeugen mit Abwechslung, und Franz Ferdinand stampfen mit ihrem aktuellen Album „Right Thoughts, Right Words, Right Action“ noch immer diese Hits raus, mit denen sie bekannt geworden sind.

Zum zweiten Mal nach 2005 heizen Franz Ferdinand den gut 5000 Fans im Zenith ein. Im Einheitslook kommen die Vier auf die Bühne. „Bullet“ aus dem aktuellen Album ist der Opener. Es folgen „The Dark Of The Matinée“ und „Tell Her Tonight“. Es sind diese Songs aus dem Debütalbum, die die Menge nach anfänglicher Schüchternheit toben lässt. Die Initialzündung für die nächsten 100 Minuten. Die Halle wird zur überdimensionalen Indie-Disco. Die schneidenden Gitarren und der immerwährende kraftvolle Beat scheinen per Starkstromkabel direkt ans Tanzbein angeschlossen zu sein. Widerstand zwecklos. Während die ersten sechs von über 20 Songs kaum Luft zum Atmen lassen, wird es kurz darauf ruhig. „Fresh Strawberries“ und „Walk Away“ sind die Midtempo-Oasen zwischen all den Wirbelstürmen.

Und diese machen den Musikern immer noch sichtlich Spaß. Mit der Ausnahme des Bassisten Bob Hardy, der aussieht, als würde ihm das Saitengezupfe körperlich wehtun, spielen sich die restlichen Mitglieder die Finger wund. Und wenn die komplette Halle bei „Take Me Out“ zum Takt mitspringt und das Riff mitsingt, huscht dieses Grinsen über die Gesichter, das sich zum Lachen weiterentwickelt.

Man merkt, dass der Auftritt keine bloße Pflichtbewältigung ist. Allen voran Gitarrist Nick McCarthy. Die Gastspiele in München sind für ihn immer besonders. Schließlich ist er hier aufgewachsen und hat an der Hochschule für Musik und Theater studiert, bevor er nach Glasgow gezogen ist. „Goodbye Lovers & Friends“ markiert den Schluss. Und man wird nochmal Zeuge einer etwas vergessenen Höflichkeit: Anstatt von der Bühne zu eilen, bedankt sich die Band, verbeugt sich und genießt den letzten frenetischen Jubel. 

 

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