Robben, Ribery, Coman, James Die Außenseiter: Wer kommt bei den Bayern über Außen?

Vier Spieler für zwei Positionen: wer macht das Rennen? Foto: Rauchensteiner/firo/Augenklick

Arjen Robben und Franck Ribéry sind in Bayerns Offensive weiter gesetzt, Kingsley Coman soll das Duo herausfordern. Mit Neuzugang James könnte es aber auch zu einem Systemwechsel kommen.

München - Arjen Robben rennt wieder. Er schießt. Er schreit über den Trainingsplatz. Er pusht seine Kollegen: Seit Mittwoch ist der Niederländer zurück im Training des FC Bayern - und sofort ist zu spüren, was ohne Robben gefehlt hat.

Der wohl ehrgeizigste aller Bayern-Stars hat seine Wadenverletzung überwunden, übt wieder mit der Mannschaft. Schon am Samstag (15:30 Uhr) im Pokalduell bei Drittligist Chemnitzer FC könnte Robben wieder zum Kader gehören. Die Bayern brauchen den 33-Jährigen dringend - wie immer.

"Es gibt nicht jung oder alt, sondern nur gut oder schlecht", sagt Präsident Uli Hoeneß, wenn er auf Robben und den formstarken Flügelpartner Franck Ribéry angesprochen wird. "Die Schlaumeier, die immer sagen, Bayern muss seine Mannschaft verjüngen: Dann hast du aber Franck und Arjen. Die werden nicht gerade glücklich sein, wenn der Trainer alle 14 Tage kommt und sagt: Hast super gespielt, aber ich muss jetzt mal den Jungen einsetzen. Da wird es Ärger geben, zurecht."

Der Junge - das ist in diesem Fall Kingsley Coman. Die Bayern haben den 21-Jährigen für 21 Millionen Euro fest von Juventus Turin verpflichtet, sie trauen ihm den Durchbruch zu. "Ein Spieler mit unglaublichen Fähigkeiten im Eins-gegen-Eins, aber ihm fehlt noch die Konstanz", analysiert Ex-Bayer Valérien Ismaël in der AZ: "Zehn gute Spiele reichen nicht - ab Februar/März musst du deine Top-Leistung bringen."

Das ist Coman bislang nicht gelungen, deshalb ist er im Ranking der bayrischen Außenseiter weiter nur Ersatzmann. Die Verletzungsanfälligkeit der Altmeister Robben und Ribéry könnte ihm aber Einsätze bescheren. Überhaupt: Nach dem Wechsel von Douglas Costa zu Juventus Turin haben die Bayern nur noch drei klassische Außenstürmer. Die einstige Luxuszone könnte zu einem Risikobereich werden. Nicht jeder verstand es deshalb, dass Neuzugang Serge Gnabry direkt weiter an 1899 Hoffenheim verliehen wurde. Mit seiner Schnelligkeit und seinem Tordrang wäre der Jung-Nationalspieler eine sinnvolle Alternative gewesen.

Zumal die Bayern darauf verzichteten, einen weiteren Spieler für die offensive Flanke zu holen. Statt des viel zu teuren Alexis Sanchez hieß die Lösung: James Rodríguez. Der Kolumbianer ist der Wunschtransfer von Coach Carlo Ancelotti - aber beim besten Willen nicht mit Robben oder Ribéry zu vergleichen. Die Stärken des 26-Jährigen liegen im Zentrum, wenn James auf der Außenbahn spielt wie in einigen Partien der Vorbereitung, zieht er immer wieder nach innen. Er ist keiner, der mal einen oder zwei Gegner ausspielen kann.

Ancelotti ist trotzdem begeistert von James' Qualität. "Er wird uns Unvorhersehbarkeit und Geschwindigkeit verleihen. Er wird sich bei Bayern definitiv behaupten", sagte Ancelotti in der "Gazzetta dello Sport". Und weiter: "Er wird uns ermöglichen, rasch das Spielsystem zu ändern."

Kehrt Ancelotti zu seiner alten Milan-Taktik zurück? Bei den Champions-League-Triumphen 2003 und 2007 ließ der Italiener sein Team ohne klassische Außenspieler agieren, stärkte stattdessen das Zentrum. Der James-Transfer würde für diese Variante sprechen - zumindest als Option, falls sich Robben und Ribéry verletzen. Zukunftsmusik. Aktuell ist James nicht einsatzfähig, fällt wegen eines Muskelbündelrisses wohl noch länger aus. Und so dürfen Robben und Ribéry weiter wirbeln.

Bayerns ewig junge Außenseiter.

 

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