Robben als FC-Bayern-Matchwinner Bayern-Star Arjionel Robbnaldo?

Lionel Messi (l.) und Cristiano Ronaldo (r.) stehen beide unter den Top3 der Fifa-Wahl zum Weltfußballer. Ohne Robben (Mitte). Foto: firo / Augenklick

Er war der Mann des Spiels: Arjen Robben wirbelte am Samstag die Augsburger Abwehr auseinander und traf doppelt. Rummenigge adelt ihn: „Er ist für mich der beste Feldspieler der Welt.“ Robben: „Andere sind vielleicht besser“.

 

München - Arjen Robben saß auf dem Hosenboden, richtet sich auf und blickte zur Bank: Ob es jemand gesehen hatte? Der Niederländer grinste, verharrte einen Moment. Es sollte seine einzige peinliche Szene am Samstagnachmittag in Augsburg bleiben. Was passiert war? In dem Moment, als die Kapitäne gerade zur Seitenwahl schritten, machte Robben auf dem – zugegeben nicht perfekten Geläuf – seine Zick-Zack-Läufe als Warm-up. Dabei verlor er den Halt und knallte auf den Rasen.

In Halbzeit zwei knallte Robben den Augsburgern die Bälle um die Ohren. Mal mit links hoch ins lange Eck, mal mit rechts flach unten ins kurze Eck – fertig waren seine Saisontreffer Nummer sieben und acht. Und über Robben lachte niemand mehr, im Gegenteil.

Das Lob hätte nicht größer sein können nach dem 4:0 beim FC Augsburg. Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge adelte ihn: „Arjen ist für mich der beste Feldspieler der Welt.“ Für Trainer Guardiola ist er „ein super Profi, ein super Spieler. Ich freue mich über Spieler mit so einer überragenden Qualität.“ Noch dazu, wenn sie so bescheiden sind. „Ein schönes Kompliment“, sagte Robben. „Aber ich glaube, da gibt es noch ein paar andere Spieler, die sind vielleicht noch ein bisschen besser.“

Doch hat Rummenigge Recht? Denn damit will der Bayern-Boss ja sagen: Abgesehen von Torhüter Manuel Neuer ist Robben der weltweit beste Feldspieler – trotz Cristiano Ronaldo von Real Madrid, trotz Lionel Messi vom FC Barcelona. Die beiden stehen unter den Top3 der Fifa-Wahl zum Weltfußballer, der am 12. Januar geehrt wird. Ohne Robben.

Sehen die Bayern-Fans aktuell den besten Robben aller Zeiten? Selten verletzt, sehr konstant, professioneller als je zuvor? Womöglich ja. In der Rückrunde 2012/13, auf dem Weg zum Triple, hatte Robben auch ein ganz besonderes Halbjahr, gekrönt vom Siegtreffer im Champions-League-Finale gegen Borussia Dortmund. Diese Saison kommt der 30-Jährige auf acht Liga-Treffer (damit Zweiter hinter Frankfurts Alex Meier mit zehn Toren), plus zwei in der Königsklasse. Und das Erstaunliche: Es ist eine Hinrunde ohne große Blessuren. Lediglich in den Pokalspielen fehlte er, sowie bei den beiden Unentschieden in Gladbach und Hamburg. Was auffällt: Es war beide Male ein 0:0. Robben ist der Torgarant. Ob als Vorlagengeber oder Goalgetter.

Im Vergleich: Messi (27), am Samstag mit Barcelona nur 0:0 in Getafe, steht bei 13 Treffern in der Primera Division und acht in der Königsklasse. Unübertroffen jedoch „CR7“, Reals Ronaldo (29). Er führt die Torschützenliste in Spanien mit unfassbaren 25 Treffern (in 15 Spielen!) an, in Europa traf er für die Königlichen in sechs Partien lediglich fünf Mal – beinahe außergewöhnlich mickrig, diese Bilanz.

Rummenigge hatte eben die Vereinsbrille auf bei diesem Statement. Ein „Arjionel Robbnaldo“ ist er eben nicht ganz. Dennoch: „Arjen ist sehr, sehr wichtig für uns“, lobte ihn Sportvorstand Matthias Sammer, „auch in der Halbzeit mit seiner Ansprache. Er hat das absolute Sieger-Gen, ist ehrgeizig und immer professionell in der Vorbereitung.“

Am Freitag konnte Robben wegen muskulärer Probleme nicht trainieren, fuhr aber mit nach Augsburg und gab nach einem Test am Samstagvormittag grünes Licht. Er kennt seinen Körper. Und die Schwächen, so es sie denn gibt, seiner Mannschaft. „In der ersten Halbzeit waren wir in der Offensive nicht aggressiv genug, die Schnelligkeit hat gefehlt“, analysierte Robben, „in der Pause haben wir gesagt: Da muss mehr kommen. Die zweite Halbzeit war dann richtig gut, wir haben ein paar schöne Tore gemacht.“

Der Arjen hat sie (zwei davon) gemacht.

 

2 Kommentare