Riem Marodes Schuldach: Stadt will drei Millionen zurück

Lehrer-Wirth-Schule in Riem: Die nervige Dauerbaustelle ist jetzt vor Gericht gelandet. 

 

München - Es ist eine (fast) unendliche Geschichte, die inzwischen auch die Gerichte beschäftigt: Die moderne, preisgekrönte Architektur der Riemer Lehrer-Wirth-Schule hat seit ihrer Fertigstellung im Jahre 1999 fast ohne Unterbrechung für Ärger gesorgt.

Das ging von der verfaulten Holzfassade, über einen voll gelaufenen Keller, blockierte Türen, bruchgefährdete Fenster und Wurzeln, die den Pausenhof zerstören, bis zum maroden Dach, das komplett neu gebaut werden musste. Statt Holz kommt nun eine Stahlkonstruktion zum Tragen. Der Grund: Die Belastung durch die Begrünung hatte sich als zu schwer herausgestellt. Auch weil schwerer Schotter statt Substrat genutzt wurde. Risse waren die Folge. Die Stadt will nun knapp 3,7 Millionen Euro der Sanierungskosten zurück.

Vor dem Landgericht wurde der gestrige Verhandlungstag zu einer Art Schwarzer-Peter-Spiel. Die Stadt hat nicht nur die Stuttgarter Architekten, sondern auch die beteiligten Planungsbüros und die ausführenden Handwerker verklagt. Dementsprechend groß war die Anwaltsdichte im Gerichtssaal 401 am Lenbachplatz.

Zumindest die Handwerker sieht das Gericht nicht in der Haftung. Die hätten wohl gemäß der Planungsvorlagen gebaut, verdichtet und bepflanzt. Da Änderungen an den ursprünglichen Planungen vorgenommen wurden, stünden wohl eher Planer und Architekten in der Pflicht.

In der Riemer Schule aber hofft man nach der Schulhofsanierung auf Unterricht ganz ohne Baugerüste.

 

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