Werbe-Zoff auf Instagram Cathy Hummels vor Gericht: "Bin mir keiner Schuld bewusst"

Cathy Hummels im Gerichtssaal. Die Frau des Fußball Profis Mats Hummels muss sich in einem Zivilprozess wegen verbotener Werbung auf der Social-Media-Plattform Instagram verantworten. Foto: Tobias Hase/dpa

Viele Unternehmen setzen auf Influencer, um ihre Produkte an Mann und Frau zu bringen. Aber können sie nicht auch einfach so etwas gut finden und loben? Vor der Münchner Landgericht wird mit prominenter Beteiligung ein Prozess ums Grundsätzliche ausgefochten.

München - Was sie nach der Gerichtsverhandlung am Lenbachplatz beschäftigt? Wie ihr pinker Blazer bei ihren Followern angekommen ist. Zu diesem Zweck hat Cathy Hummels ein Foto ihres Outfits vor Gericht am Montag auf Instagram hochgeladen.

Genau um diesen geht es am Montagmorgen. Die Frau des FC-Bayern-Stars Mats Hummels ist Influencer. Soll heißen: Ihr Wort, ihre Bilder haben Gewicht. Zumindest bei den 465.000 Followern ihres Instagram-Accounts.

Diese zu unterhalten und ihnen Tipps zu geben, sieht sie als ihre Aufgabe. Links zu Modefirmen auf ihren Fotos sind für sie nichts anderes als "Mehrwert für meine Follower". Die würden gerne wissen, woher sie ihre Sachen habe. So wie es eine Frauenzeitschrift auch tue.

Betreibt Cathy Hummels unerlaubte Werbung?

Doch Hummels überschreitet dabei die Grenzen des Erlaubten, findet der Verband Sozialer Wettbewerb, wirft ihr unerlaubte Werbung vor. "Das müsste schon in den einzelnen Beiträgen gekennzeichnet sein", sagt Anwalt Franz Burchert.

Monika Rhein, die Vorsitzende Richterin der Zivilkammer ist offenbar anderer Meinung. In traditionellen Medien seien Hinweise auf Produkte erlaubt, erklärt sie und den Followern sei klar, dass es sich bei Hummels’ Instagram-Account um Kommerz handle.

Bleibt die zentrale Frage, ob sie für ihre Links bezahlt wurde oder entschädigt wurde. Auf spezifische Markenhersteller angesprochen, erklärt Cathy Hummels, dass sie keinerlei Zuwendungen von diesen bekommen hätte. Der Ball liegt damit im Feld des Klägers. Er muss mit Nachfragen bei den Unternehmen herausfinden, ob Hummels doch Gegenleistungen erhalten hat.

Mehrwert bekommen auch die Prozessbeobachter. Sie erfahren, dass Cathys Instagram-Fotos meist von Haushälterin oder Freundin gemacht werden – und von Mats: "Mein Mann macht auch welche, aber der ist nicht so gut darin."

Und der pinke Blazer? Erntet in kürzester Zeit gut 15.000 Likes. Ein Follower mag die Kombination mit den Jeans, der nächste findet den Blazer schlicht "Mega". Immerhin. Sein Urteil will das Gericht am 29. April bekanntgeben.

Lesen Sie hier: Hilferuf via Instagram - Cathy Hummels auf der Suche nach Medikamenten

 

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