Richard Gutjahr Smart in die Zukunft

 Foto: Christa Sigg

Unser Kolumnist wagt nach dem Besuch der Internationalen Funkausstellung in Berlin einen Blick in die smarte Zukunft

 

Die IFA, ein Schaufenster in die Zukunft. Was beim Gang durch die Messehallen unter dem Berliner Funkturm sofort ins Auge springt: Bildschirme, überall Bildschirme! Große, kleine, runde, eckige, gebogen und besonders flach – sogar die Küchenmaschine hat neuerdings ein Mini-LCD-Display, über das man sich Küchenrezepte direkt aus dem Internet laden kann. Die Welt wird immer mehr zum Abbild ihrer selbst; Platons Höhlengleichnis in ultrahochauflösendem 3D und noch nie dagewesenen Schwarzwerten.

Überhaupt, das Internet. In nicht allzu ferner Zukunft wird alles um uns herum mit allem verbunden sein. Das sogenannte Smarthome macht es möglich, dass wir von überall in der Welt Zugriff auf unsere Geräte haben: Der Kühlschrank, ausgestattet mit einer Kamera, so dass man im Supermarkt schnell mal via Handy nachsehen kann, ob zuhause noch genug Milch da ist. Der Rasierer, der uns über eine App („Grooming Guide“) Tipps gibt, wie man sich geschmeidige Bart-Schnittmuster in die Wange raspelt.

Auch unsere Wäsche wird bald mit uns reden. Smartlabels senden ein Warnsignal, wenn wir empfindliche Kleidungsstücke versehentlich mit dem falschen Waschprogramm in die Trommel werfen. Heizungen, die sich ausschalten, wenn niemand zuhause ist und die sich mittels Handy-Ortung rechtzeitig wieder hochregulieren, sobald sich der Hausherr dem Gebäude nähert.

Absolutes Messehighlight dieses Jahr aber war die Samsung Galaxy Gear, eine Smartwatch, die via Netzwerk mit dem eigenen Smartphone verbunden ist und die auf ihrem winzigen Farbdisplay am Handgelenk E-Mails, SMS und Anrufe anzeigt. Man kann damit auch telefonieren, in dem man sich das Armband ans Ohr hält. In die Verschlusskappe integriert das Mikrofon, darüber eine Kamera, mit der man wie 007 unbemerkt Fotos und Videos aufnehmen kann.

Smarthome, Smartlabels, Smartwatch. Was jetzt noch fehlt: Smarte Menschen. Vielleicht kommen die dann nächstes Jahr. Man wird ja noch träumen dürfen!

 

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