Richard Gutjahr Hallo, Taxi!

Richard Gutjahr: der Blogger schreibt jeden Freitag für die AZ über digitalen Lifestyle - das Leben mit dem Computer. Foto: Petra Schramek

Unser Kolumnist macht ein bißchen Schleichwerbung für eine nützliche App

 

Auf meinem Smartphone befinden sich aktuell 243 Apps. 243 kleine Programme, die mein Leben mehr oder weniger bereichern. Zeitungs-Apps, um informiert zu sein. Spiele-Apps, um Wartezeiten totzuschlagen, Social-Media-Apps, um mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben. Und dann gibt es Apps, die wirklich Spaß machen und auf die ich nicht mehr verzichten will.

MyTaxi ist so eine App. Dieses kleine, unscheinbare Programm ist so simpel wie genial: nur zweimal auf einen Knopf drücken, und das Taxi kommt. Echt jetzt. Das Smartphone ermittelt den eigenen Standort, gleicht die Koordinaten mit verfügbaren Taxis in der Umgebung ab und informiert die Fahrer über den neuen Auftrag.

Auf einer Straßenkarte auf dem Smartphone kann ich beobachten, welches Taxi meinen Auftrag angenommen hat, wo sich das Fahrzeug im Augenblick befindet und wie lange es noch dauern wird, bis der Wagen vor meiner Tür steht.

Mit wenigen Klicks lassen sich über MyTaxi auch Sonderwünsche, wie zum Beispiel Kindersitz, Fahrzeugtyp oder der persönliche Lieblingsfahrer auswählen. Seit Mitte letzten Jahres kann man mit der App sogar bezahlen! Keine Diskussionen mehr über zu große Scheine oder dass der Kreditkartenleser (angeblich) mal wieder nicht funktioniert. Keine nervtötenden Warteschleifen mehr am Telefon, bis endlich jemand abhebt und meine Bestellung entgegennimmt. Kein Füße-in-den-Bauch-stehen und sich wundern, wo denn bloß das Taxi bleibt. In einem Wort: genial!

Wo viel Licht ist, ist natürlich auch Schatten. Gerade die Taxizentralen rümpfen die Nase über Apps wie MyTaxi, macht das kleine Computerprogramm ihre Arbeit als Vermittler weitestgehend obsolet. Und dann wäre da die Frage nach dem Datenschutz. Denn das Smartphone registriert jede Fahrt, jeden Fahrer, jeden Fahrgast. Daten, die auf unbestimmte Zeit auf irgendwelchen Servern lagern und über die man keine Kontrolle mehr hat.

Mein Vorschlag: landesweite Umschulungsprogramme von Taxizentralen-Telefonisten und Warteschleifen-Musik-Komponisten auf Berufe mit Zukunft: Taxifahrer, App-Programmierer oder Datenschützer.

 

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