Richard Gutjahr Die Smart-Dingsbumse kommen

Richard Gutjahr: Der Blogger schreibt jeden Freitag für die AZ über digitalen Lifestyle - das Leben mit dem Computer. Foto: Petra Schramek

Richard Gutjahr: Der Blogger schreibt für die AZ über digitalen Lifestyle - das Leben mit dem Computer. Heute: Die Verbreitung von Computerchips in Kleidungsstücken und Alltagsgegenständen.

Hurra! Nach dem Smartphone, der smarten Brille und der Smartwatch kommt jetzt das Smartshirt. Ja, richtig gelesen, ein kluges Hemd. Anders als bisher befinden sich die Sensoren nicht mehr länger in einem eigenen Gerät. Die elektronischen Fühler des Smartshirts sind in das Gewebe verwoben und sollen zum Beispiel Sportlern nützliche Informationen über ihr Training liefern.

Die Ursprünge dieses smarten Gewebes gehen Jahrhunderte zurück. Bereits im Mittelalter war es Webern gelungen, leitungsfähige Fasern in Gewänder einzuarbeiten. So war etwa Queen Elizabeth bekannt für ihre prächtigen Gewänder aus Gold und Silber. In Kombination mit den richtigen Microchips kann ein solcher Stoff heute Auskunft über den Träger geben, etwa über Blutdruck, Herzschlag, Körpertemperatur und Atemrhythmus.

Das von Intel vorgestellte Smartshirt soll erst der Anfang sein einer ganzen Reihe von Smartdingsbumse, die uns in der nicht allzu fernen Zukunft blühen: Vernetzte Autos, vernetzte Häuser und in letzter Konsequenz: vernetzte Menschen.

So hat die US-Gesundheitsbehörde vor Jahren den Einsatz sogenannter VeriChips genehmigt; winzige Radiofrequenz-Chips (RFID), die sprichwörtlich unter die Haut gehen. Hacker haben sich RFID-Tags in ihr Handgewebe implantiert, um damit ihre Smartphones oder Computer zu entsperren. Auch elektronische Türschlösser lassen sich durch die Signale solcher Mini-Transponder wie von Geisterhand öffnen.

Es wird noch dauern, bis jeder Mensch einen solchen Chip im Körper trägt. Bis dahin begnügen wir uns also mit computerlesbaren Ausweisen und smarten Textilien – der Stoff, aus dem die Träume von Google, Facebook und der NSA sind. Was jetzt noch fehlt, wären smarte Menschen, die wissen, was sie da tun. Und eine Bundesregierung, die ihre Verantwortung wahrnimmt und endlich damit beginnt, die fundamentalen Menschenrechte ihrer Bürger zu verteidigen.

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