Richard Gutjahr Das iPad danach

Richard Gutjahr: der Blogger schreibt jeden Freitag für die AZ über digitalen Lifestyle - das Leben mit dem Computer. Foto: Petra Schramek

Wenn unser Kolumnist recht hat, ist die "Zigarette danach" am Ende

 

Lassen Sie uns über Sex reden. Die Technik dringt immer tiefer in den Alltag ein und macht auch vor unserer Schlafzimmertür nicht halt. 93 Prozent aller Singles, die einen Tablet-PC besitzen, nutzen das Gerät im Bett, das hat eine internationale Studie ergeben.

Das iPad ist drauf und dran, die „Zigarette danach“ abzulösen. Nur jeder vierte Befragte hat Probleme damit, nach dem Liebesspiel zum Tablet zu greifen. Ich weiß, was Sie jetzt denken: Wieso erst NACH dem Sex?

Die Studie, für die 2000 Erwachsene in den USA, in Großbritannien, Frankreich und Deutschland befragt wurden, hat unser Intimleben ausgeleuchtet und zum Teil bemerkenswerte Ergebnisse zutage gefördert. So würden 48 Prozent aller Single-Frauen den Morgen nach einer Liebesnacht lieber mit ihrem iPad verbringen, als mit der Eroberung neben ihnen.

Bei den Männern sind es nur 25 Prozent. Tech-Toys als Beziehungskiller? 38 Prozent der unverheirateten US-Amerikaner geben an, dass die Bindung zu ihren Technik-Spielzeugen in der Regel länger hält, als die meisten ihrer Beziehungen. Fast jeder zweite Ami hat mehr Probleme, sich von seinem iPad zu trennen, als von seinem aktuellen Partner. Unter den Deutschen sind es übrigens nur 27 Prozent. Überhaupt, wir Deutsche.

Was unser Verhältnis zu Tablet und Smartphone betrifft, fallen wir eindeutig in die Kategorie Romantiker. Im Gegensatz zu Amerikanern oder Briten ziehen wir in allen Lebenslagen einen Partner aus Fleisch und Blut unseren Gerätschaften vor. Damit liegen wir sogar noch vor den Franzosen.

In Frankreich, wo gerade erst ein erbitterter Kampf um das Adoptionsrecht von Schwulen und Lesben geführt wurde, droht bereits der nächste Glaubenskrieg: Dürfen Menschen ihr iPad heiraten? Wer bekommt das Sorgerecht für die Apps zugesprochen, sollte ein Besitzer sein Tablet für das jüngere, schlankere Nachfolge-Model(l) verlassen? Bei all den Fragen, die diese Studie aufwirft, mit einer Mär scheint die Erhebung jedenfalls ein für alle mal aufzuräumen: beim Sex kommt es in Zukunft weniger denn je auf die Größe an, als auf die richtige Technik.

 

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