Ribéry und Co. zittern Saisonstart: Zwischen Leiden und Hoffen

Wann er auf den Platz zurückkehrt, steht noch in den Sternen: Franck Ribéry. Foto: dpa

Der Bundesliga-Auftakt naht. Und während einige Fußballer auf eine erfolgreiche Saison hoffen dürfen, waren die Tage der Vorbereitung für andere eher eine Leidenszeit.

 

München - Zum Saisonstart der Fußball-Bundesliga müssen die 18 Vereine auf insgesamt 45 Profis verzichten. Hertha BSC beklagt mit sechs Spielern die meisten Verletzten. Der Aufsteiger Darmstadt 98 ist der einzige Eliteclub, der völlig frei von Verletzungssorgen ist. Borussia Mönchengladbach muss als einziger Club auf einen gesperrten Akteur verzichten. Havard Nordtveit sah am letzten Spieltag die Rote Karte. In den zurückliegenden Jahren waren fast immer mehr als 50 Profis ausgefallen.

Ein paar Beispiele ...

Für Franck Ribéry barg schon der Weg zum offiziellen Mannschaftsfoto einige Hindernisse. Bevor der französische Superstar in Diensten von Rekordmeister FC Bayern seinen Platz zwischen den Teamkollegen einnehmen konnte, musste der 32-Jährige erst einmal seine Spezialschuhe los werden.

Aus einigen Tagen Ausfalldauer sind bei Ribéry längst Monate geworden. Auch in der Vorbereitung auf die neue Saison war er nur Zuschauer - teilweise mit Krücken und Gips.

Für eine ganze Reihe seiner Bundesligakollegen hielten die Wochen vor Saisonstart ähnliche Enttäuschungen bereit. Javi Martínez oder Piotr Trochowski werden verletzungsbedingt den Bundesliga-Auftakt verpassen, Dortmunds Weltmeister Kevin Großkreutz und Matthias Ginter spielen auch unter dem neuen Trainer Thomas Tuchel (fast) keine Rolle.

Und sollte sich der ehemalige Mainzer für Roman Bürki im Tor entscheiden, bliebe in Roman Weidenfeller einem weiteren Sieger von Rio nur ein Platz auf der Ersatzbank. Großkreutz hatte zuletzt nicht einmal mehr diesen. Der lange verletzte Allrounder musste zuletzt mit der zweiten Mannschaft des BVB in der Regionalliga antreten und besiegelte dort mit einem Eigentor die Niederlage gegen den SC Verl. Zudem äußerte er öffentlich Unmut über seine Situation - was seine Chancen bei Tuchel sicherlich nicht erhöht haben dürfte.

Noch bitterer verlief die Vorbereitung für Trochowski. Nach seinem Wechsel vom FC Sevilla nach Augsburg sollte für den ehemaligen Hamburger vieles besser werden. Doch nach seinem Außenmeniskusriss muss der ehemalige Nationalspieler in der Reha für sein Comeback schuften. Seit einem Jahr hat Trochowski kein Pflichtspiel mehr absolviert - wann er wieder auflaufen wird, ist noch ungewiss.

Bei Julian Draxler drehte es sich in den vergangenen Wochen dagegen gar nicht mehr um die sportliche Leistung auf dem Platz, sondern fast nur noch um einen möglichen Wechsel. Erst komplett unverkäuflich, dann zuletzt nur noch ein bisschen, der Schalker Hoffnungsträger muss nun auf dem Platz beweisen, dass ihn der Rummel um seine Person kalt lässt.

Dies hat Douglas Costa dagegen schon ansatzweise bewiesen. 30 Millionen Euro ließen sich die Bayern die Dienste des Brasilianers kosten - und der bewies bereits in den ersten Spielen, warum: Schnell, dribbelstark, kaum auszurechnen - der 24-Jährige ist der Gewinner der Vorbereitung bei den Münchenern. Und lässt den Ausfall von Ribéry ein bisschen erträglicher werden. Zumindest für alle außer den Franzosen.

Beim BVB drehte dagegen ein "alter" Bekannter zuletzt auf. Henrich Mchitarjan, in der letzten Saison eine der Symbolfiguren für die Dortmunder Probleme, hat sich unter Tuchel anscheinend frei gespielt. Drei Tore in der Europa-League-Qualifikation gegen Wolfsberg, ein Tor und eine Vorlage im Pokal beim Chemnitzer FC - derzeit ist er aus dem Team nicht mehr wegzudenken.

Genauso wie bei den Wolfsburgern Neuzugang Max Kruse. Gehört bereits dem Mannschaftsrat des Pokalsiegers an und wirbelte im Pokal sehenswert mit der gefährlichen Wolfsburger Offensive.

Die Hoffnung ist da, dass die Eingewöhnungszeit schneller läuft als bei Weltmeister André Schürrle. Der 32-Millionen-Wintertransfer fehlt derzeit wegen einer Muskelzerrung.

 

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